350 m Radweg an 17,6 km Landesstraße

Das etwas abgelegene Örtchen Leimen (450 bis 500 m ü. NHN) im Pfälzerwald ist eine der höchstgelegenen Siedlungen im Kreis Südwestpfalz, in strengeren Wintern wird hier sogar die einzige Loipe im Pfälzerwald gespurt. In östlicher Richtung muss man schlappe 16 Kilometer weit fahren, um den Nachbarort Iggelbach im Kreis Bad Dürkheim zu erreichen. Der 17,6 km lange Abschnitt der L 496 ist auf der Strecke zwischen der L 497 am Riegelbrunnerhof und der B 48 mitten im Pfälzerwald fast völlig frei von straßenbegleitenden Geh- und Radwegen. Bis auf einen 350 Meter kurzen Abschnitt am östlichen Ortsausgang von Leimen.

Noch vor der Ortstafel muss der Radfahrer (da halt zufälligerweise nur genau hier eine „Gefahrenlage“ vorliegt…?) per Gemeinsamer Geh- und Radweg nach links auf einen schmalen, auch recht steil ansteigenden Geh- und Radweg wechseln; siehe Beitragsbild.

In der Gegenrichtung ist das meines Erachtens besonders fragwürdig, da Rad- und Kfz-Verkehr sich wegen des Bewuchses kaum sehen, aber grade Kinder hier auch mal mit größerer Geschwindigkeit die Rampe runterrauschen.

In der Folge hat man mit blauen Lollies nicht gegeizt, an den Einmündungen bei einem Schuhgeschäft und am Friedhof wird jeweils in beide Richtungen die Benutzungspflicht bestätigt. Hier der Blick Richtung Westen:

Und wieder an der Einmündung zum Friedhof. Natürlich fehlen Furten und querender Radverkehr aus beiden Richtungen.

Grund für die Anlage des Weges dürfte ein am eigentlichen Ortsausgang gelegener Pferdehof sein; hier wollte man es den Kindern wohl ermöglichen, mit dem Rad hinzufahren, ohne die Fahrbahn der (allerdings sehr ruhigen) Landesstraße zu benutzen. Dass man damit halt nebenbei auch für die Erwachsenen die Fahrbahn sperrt, hat man nicht bedacht – oder es war dem, der die 6 blauen Schilder angeordnet hat, egal. Kurz vorm Ende der 350 m langen Piste an der Einmündung zum Loipen-Parkplatz bzw. des Pferdehofs:

Und auch wer in Richtung Leimen die zig km vorher ohne jede Form von Radweg überlebt hat, muss dann dort halt auf das Wegelchen auffahren, die beiden Einmündungen überqueren und am Ende des Weges an der unübersichtlichen Stelle (Beitragsbild) wieder auf die Fahrbahn auffahren.

Auch diese besonders im Hinblick auf die streckenbezogene Verhältnismäßigkeit überflüssige und somit auch willkürliche benutzungspflichtige Beschilderung wurde der Kreisverwaltung Südwestpfalz schon vor geraumer Zeit gemeldet. Aber der Berg kreißt auch im Juni 2018 immer noch…!

9 Gedanken zu „350 m Radweg an 17,6 km Landesstraße“

    1. „Meditativ“?

      Der Ort hat doch kaum noch andere Straßen, geschweige denn benutzungspflichtige Wegelchen. ;o) Radweg-Schilder siehste hier in der Gegend (wenn überhaupt) quasi ausnahmslos an K-, L- oder B-Straßen.

        1. Du sprichst in Rätseln. Haste heute einen buddhistischen Mönch gefrühstückt…!? ;o)

          meditativ Adjektiv/Adverb zu meditieren.

          Das weiß ich auch. Du willst dich also dort im Schneidersitz hinsetzen, die Finger spreizen, regelm. „Ommmmm“-Laute von dir geben und in Trance nach dem Sinn des Lebens Radwegs suchen?

          1. Kilometerlang auf einsamen Straßen an den links und rechts nichts als Wald ist zu fahren, ist meditativ m. E. wenn nicht gerade tollwütige Füchs auftauchen oder ein Gewitter aufzieht.

  1. Fast jedes Dorf hier hat seine paar Meter Radweg, ich vermute mal, und wenn die noch so sinnlos sind (wie z.B. die 9 Meter in Hauenstein aus Richtung Lug). Vielleicht um das Öko-Gewissen zu beruhigen, oder weil es chic ist und nach Großstadt aussieht, wenn man einen eigenen Radweg vorweisen kann…

    1. „Fast jedes Dorf“ ist ein wenig übertrieben; in der Rheinebene vielleicht. ;o) Ich hab grade bei solchen kurzen Wegelchen, wie z. B. dem in Leimen (oder auch Hauenstein) oft den Eindruck, dass es da wieder drum ging, Fördergelder abzugreifen und einen Teil das Land bezahlen zu lassen, weil ja reine Gehwege von den Gemeinden bezahlt werden müssen. Der in Hauenstein (zu dem gibt es hier bald auch einen Beitrag) wurde denke ich auch wegen des Jugendzeltplatzes so gebaut. „Wegen der Kinder“ kommt ja halt immer gut; dann hat die Vernunft mal Pause. In Herschberg gibt es auch einen 200 m langen 240er, der raus zu den vor dem Ort liegenden Sportplätzen führt.

      1. Ich würde auch eher vermuten, dass es weniger um Fördergelder geht, sondern dass da vermeidliche Sorgen oder reales Wissen um eigene Autofahrkünste handlungsleitend war oder schlicht neben der grundsätzlich nach Normbreite erstellen Fahrbahn halt zufällig Platz war. Das mit den Fördergeldern für den Radverkehr ist doch neumodisches Zeugs. Eine Große Rolle spielen auch partikulare Wünsche. Wenn da halt ein Politiker häufig langradelt und der Radwege mag, setzt der halt soetwas durch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

94 − 90 =