Im Nesseltal-Delta

Die “Radwege” entlang der B 10 sind nicht nur im Winter ein Ärgernis. Auch in der warmen Jahreshälfte muss man stets mit einigen Widrigkeiten wie z. B. Sperrungen wg. unangekündigten Forstarbeiten oder Verschmutzungen rechnen. Auf dem Abschnitt zwischen dem Pirmasenser Waldfriedhof und dem Industriegebiet Münchweiler nervt mich schon seit mehreren Jahren eine stark verdreckte und somit auch nicht ungefährliche Stelle am Ausgang des Nesseltals. In jenem fanden früher noch Jugendfreizeiten statt.

In diesem relativ kurzen Tal gibt es kein Fließgewässer; nur bei stärkerem Regen sammelt sich das Wasser im Talgrund und fließt dann in Richtung des Dankelsbachs. Dabei wird auch ein Teil des parallel zur B 10 verlaufenden Forst- und Radwegs überflutet. Es gibt zwar eine in die Fahrbahn eingelassene Mulde – die reicht aber in aller Regel (grade bei Starkregen) nicht aus. Inbesondere auch deshalb, weil die regelm. mittransportierten Sedimente nicht durch einen weiteren baulichen Ablauf direkt im Dankelsbach landen, sondern sich am Fahrbahnrand ansammeln / anstauen.

Das kann z. B. dann kritisch werden, wenn man als Ortsfremder das witzlose “Radfahrer absteigen” 🙄 hinter dem Lambsbacherhof ignoriert und die abschüssige Strecke mit dem Rennrad mit > 40 km/h heruntergebraust kommt; zuerst der Blick aus Nordwest (Richtung Münchweiler):

Das Gefahrzeichen 112 warnt eigentlich nur vor der Mulde, also dieser Vertiefung hier:

Nahaufnahme des “Schwemmfächers”:

Und der Blick aus der Gegenrichtung (in Richtung Pirmasens):

Ebenfalls mit einem Gefahrzeichen 112 (allerdings ohne Zusatzzeichen 1007-35 “Verschmutzte Fahrbahn”):

Diese Zustände müssten der Stadtverwaltung Pirmasens eigentlich seit Jahren bekannt sein. Seit dem 26. Januar 2018 kann man sich jedenfalls nicht mehr mit Unwissenheit herausreden; an diesem Tag habe ich im Rahmen einer e-mail mit mehreren Verbesserungs- oder Überprüfungsvorschlägen) den Zustand des Weges beim Leiter des städtischen Straßenverkehrsamts moniert, mit der Bitte um Weiterleitung an die zuständige Stelle. Leider ist bis heute dort nix passiert.

Zwischen dem Lambsbacherhof und dem Nesseltal wurden in der letzten Zeit auch Bäume gefällt; im Nesseltal selbst finden derzeit ebenfalls Forstarbeiten statt, weshalb die Einfahrt in jenes durch die ständige Befahrung sauberer ist, als der Radweg Richtung Münchweiler… 🙄 Während ich Fotos machte, fuhren auch zwei private Kfz (einer mit Anhänger) in das Tal (wohl zum Holzmachen).

Meiner Ansicht nach müsste dort eine ordentliche Entwässerung (also ein unter der Fahrbahn verlaufender Entwässerungskanal) angelegt werden. Das hier taugt jedenfalls gar nix.

6 Gedanken zu „Im Nesseltal-Delta“

  1. Da muss schlicht der Bauhof der Gemeinde halt hin und wieder und nach Starkregen mit einem Besen hin fahren. Rühren unter der Fahrbahn verstopfen und machen dann erst Recht Arbeit.

    1. Nä, genau das macht ja eben auf Dauer wesentlich mehr Arbeit. Die schon seit Jahren einfach unterlassen wird.

      Rühren unter der Fahrbahn

      Ich nehme an, du meinst eine Röhre? 😀 So leicht verstopft da nix, wenn das ordentlich angelegt wird; das ist an anderen Stellen baulicher Standard. Wär das hier kein “Radweg”, sondern eine (kleine, schmale) Kreisstraße (als Zubringer zu einem Gehöft), würde da das Wasser auch nicht über die Fahrbahn laufen. Ein Grund mehr, warum ich mir wünsche, dass (eigenständige) “Radwege” entlang von Kraftfahrstraßen oder per Z 254 gesperrten Straßen rechtlich mind. Kreisstraßen-Status erhalten!

      1. Ich bin kein Fachmann in solchen Fragen. Ich weiß nur, dass die offenen Röhren ganz schnell zu sind und dann auch noch doof zu befahren sind.

        1. Ich glaube, wir meinen nicht das Gleiche? 😉 Ich hätte hier gerne schlicht eine hundsgewöhnliche Entwässerung: Graben anlegen, Straße aufreißen, (ausreichend dimensioniertes) Kanalrohr rein, wieder zu. Das gibt es hier insb. an den abschüssigen Straßen an Hunderten von Stellen – und da verstopft auch nur selten was. Keine Ahnung, wie man “offene Röhren” befährt oder was du damit meinst? :mrgreen: Wenn so ein Rohr dann wirklich mal verstopft, isses weniger Aufwand, das wieder freizukriegen, als nach jedem kleinen oder großen Regen dort einen Trupp hinzuschicken, der den Dreck wegschaufelt. Das passiert dann nämlich eh nicht oder erst nach X Wochen.

          1. Ich hab schon verstanden, dass du das meinst.

            Kennst du nicht diese nach oben offenen rohrartigen Rinnen, die vielleicht 10- 15 cm breit sind? Die sind mangels Pflege hier in der Region irgendwann zu.

          2. Ach dieeee Dinger meinst du…! 😀 Das ist ja auch keine ordentliche Entwässerung, bestenfalls ne Notlösung für unbedeutende Forstwegelchen. Ich hab mal das städtische Tiefbauamt damit belästigt. Jetzt geht aber das Zuständigkeitsgeplänkel wieder los… 🙄 Mehr dazu in einem eigenen Beitrag.

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