Alltagserlebnisse (Teil 27)

Hier kurz und unregelmäßig notiert die (laufend durchnummerierten) mehr oder weniger netten Erlebnisse mit anderen Verkehrsteilnehmern. Ich bemühe mich auch, die Positiven zu dokumentieren! 😉

Überholmanöver (47 & 48)

Am fast schon sommerlich warmen 8. April wurde gleich zwei mal innerhalb relativ kurzer Zeit der Gegenverkehr durch Überholvorgänge in Kurven gefährdet. Der erste Witzbold war der Fahrer eines roten Audi-Cabrio mit Ludwigshafener Kennzeichen, der auf der L 486 zwischen Lemberg und Salzwoog in der Linkskurve vor der „Gefährlichen Ausfahrt“ (der Forst hat diesem Forstweg per Holzschild diesen Namen verpasst) mit hohem Tempo überholte. Als dann doch jemand um die Ecke kam, wurde es recht eng zwischen den beiden.

Ein paar km den Salzbach hinunter Richtung Hinterweidenthal gab es dann auf der L 487 erneut ein zweifelhaftes Überholmanöver mit Gefährdung des Gegenverkehrs; dieses Mal war es ein Lenker eines Mini Coopers, der einfach nicht warten konnte. Er fing sich vom ausweichenden Autofahrer einen Huper ein.

Wenden (2) – bzw. Frauen beim Einparken 😉

Richtig amüsant war das, was nur ein paar Meter weiter dann ein altes Ehepaar vollführte, um in eine Grundstückseinfahrt zu kommen. Ich war ja die L 487 in Richtung Nordosten unterwegs und hielt genau in dem Moment kurz auf dem Grünstreifen an (um mir die Nase zu putzen), als der sich fast lautlos an mich herangeschlichen habende Kleinwagen mit der Frau am Steuer neben mir war. Zum Glück hab ich gewartet, ich hätte was versäumt! :mrgreen: Ich dachte auch erst, die hätten sich verfahren und wollten von mir einen Rat. Aber die Frau begann dann zu rangieren, schwenkte mal eben nach Links auf die Gegenfahrbahn und versuchte dann, rechts in diese steil hinabführende Zufahrt (die etwa in einem Winkel von ca. 320 Grad zur ursprünglichen Fahrtrichtung lag…) einzufahren. Natürlich vorwärts, anstatt rückwärts… 🙄

Rechts ragten Äste eines umgefallenen Baumes in die Zufahrt, die sie gnadenlos mit der Front und der Fahrertür mitnahm; das kleine Autochen war wegen des steil abfallenden Wegs auch mehrfach kurz davor, aufzusetzen. Mehrmals musste sie korrigieren und blockierte die rechte Fahrbahn. Zwischenzeitlich kam dann noch eine Gruppe Motorradfahrer, die anhalten mussten und sich das ebenfalls interessiert ansahen. Irgendwann hatte sie es dann geschafft! Beim Aussteigen kamen ihr dann wieder die Äste des in den Weg ragenden Baums in die Quere… Auf ein paar Kratzer mehr oder weniger kommt es da wohl nicht mehr an. 😀 Scheinbar gehört den beiden das dortige Waldgrundstück, auf dem hin und wieder Rindviehcher weiden.

Keine 200 Meter hätte die Dame (übrigens dem Sonntag angemessen fein gekleidet, mit Handtäschchen) noch fahren müssen, um an einer breiten Stelle bequem wenden zu können. Aber warum einfach, wenn…! Jedenfalls war die ganze Aktion so gar nicht im Sinne des § 9 (5) StVO; vor allem wegen der leicht kurvigen und unübersichtlichen Strecke.

Anschnallen (1) und Stopschilder (9)

Eine halbe Ewigkeit musste ich drauf warten, um hier mal dieses absurde „Anschnall-Phänomen“ erwähnen zu können. Ich beobachte bei vorwiegend Menschen um die 50 bis 60 regelm. Folgendes: Sie fahren an, z. B. von einem Parkplatz oder vom Straßenrand, dann wird das Auto plötzlich wieder langsamer und auf dem Fahrersitz kann man hektische Betriebsamkeit in Form artistischer Verrenkungen entdecken – denn erst nachdem sie ein paar Meter gefahren sind, fällt den Leuten auf, dass sie ja gar nicht angeschnallt sind. 🙄 So auch bei der Dame, die am 9. April vor mir vom Kaufland-Parkdeck nach links in die Pirminiusstraße einfuhr, sie blieb an der Ausfahrt ohne ersichtlichen Grund stehen, um sich anzuschnallen. Anschließend bog sie dann auch noch links in die Wiesenstraße ab, ohne das Zeichen 206 StVO zu beachten.

Überholmanöver (49)

Und wieder war es am 9. April ein Bus auf der Regio-Linie 250 (Pirmasens – Dahn) der Queichtal-Nahverkehrsgesellschaft, der mich auf der L 486 zwischen Lemberg und Salzwoog unnötig eng überholt und geschnitten hat. 😡 Schon auf meine letzte Beschwerde erhielt ich vom Unternehmen keinerlei Rückantwort, weshalb ich mir eine Weitere wohl sparen werde.

Wenden (3)

Kehren wir am Abend des 9. April nochmal an die Ecke Wiesenstraße – Pirminiusstraße zurück. Vor mir (von der Schäferstraße kommend) fuhr ein tiefergelegtes blaues Gefährt mit PIR-Kenneichen (Pirna) mit einem jungen Mann am Steuer. Er schien (der abknickenden Vorfahrt folgend) rechts in die Wiesenstraße einzubiegen. Als ich gradeaus (in Richtung der Einfahrt des Kaufland-Parkdecks) an ihm vorbeifuhr, zog er plötzlich wieder ohne zu blinken nach links, um zu wenden. Glücklicherweise sah er mich noch…

5 Gedanken zu „Alltagserlebnisse (Teil 27)“

  1. Aber warum ist es so wichtig, dass eine Frau so komisch wendet, dass das in die Überschrift muss?

    Vor mir fuhr heute auch ein Bus neben mir immer weiter auf den „Schutzstreifen“.

    1. Warum? Weil in diesem Fall jenes Klischee voll und ganz bestätigt wurde. Wenn Frauen Mist bauen, werden sie in meinen Berichten nicht mit Samthandschuhen angefasst oder gar deren Geschlecht verschwiegen. „Binnen-I“ und andere pseudo-feministische Sprachverstümmelungen wird man in diesem Blog hier übrigens bis in alle Ewigkeit vergeblich suchen. 😉

      1. Magst du die Klischees von Radfahrer*innen auch? So von wegen „Halten sich eh nicht an die Regeln“, „Zahlen keine Steuern“ …

        Komischerweise entspricht kein Mensch in meinem sozialen Umfeld der Mario Barth-Geschlechterwelt, der diese Klischees entspringen von Frauen, die nicht Auto fahren können und Männern, die nur rücksichtslos fahren. Das ganze mit den den jagenden Männern und sammelnden Frauen hat die Archäologie inzwischen als Rückprojektion erkannt der Lebenswelt der Forscher mit gut bürgerlichem Background, in der es Ausdruck männlicher Leistungsfähigkeit war, sich eine Hausfrau zu leisten. Bekommt nur kaum jemand mit.

        Binnen-I ist ja auch nicht mehr Stand der Diskussion um einen sensiblen Sprachgebrauch.

        1. Nunja, Einpark-Witze gab es schon sehr lange Zeit vor Mario Barth! 😉 Ich steh eher auf politisches Kabarett im Sinne von Pispers, Schramm, Schmickler, Priol, Uthoff, Sieber etc. Ein wenig „Spaß“ muss auch frau heutzutage ertragen können, ohne gleich einen #Aufschrei zu entfachen. Ohne Ironie und Sarkasmus käm ich jedenfalls (als Mensch, nicht als Mann) gar nicht mehr durchs Leben. Ich weiß nicht, ob du meine Debatte mit Christine vom Blog „Radfahren in Stuttgart“ Letztens verfolgt hattest? Da wurde Männern ganz allgemein negative Attribute verliehen bzw. auch eine gewisse Form von „victim-blaming“ betrieben. Und das (im Gegenzug zu meinem Geschichtchen hier) völlig ohne jedes Augenzwinkern. Wesentliches „Gegenargument“ auf die sachlichen Einwände war dann hauptsächlich der Verweis auf das Geschlecht des Kritikers!

          Ganz allgemein (und das soll an der Stelle dann genügen): Für mich ist der ganze „Geschlechterkampf“ nichts anderes als künstliches „divide et impera“! Mir persönlich ist das Geschlecht in Sachfragen vollkommen egal. Frau sollte es aushalten können, hier auch mal einen (zugegeben dem ansonsten sehr hohen Niveau des Blogs nicht entsprechenden…) Einpark-Witz (aufgrund eines sehr fragwürdigen und auch nicht ungefährlichen Wendemanövers einer Frau) zu lesen. Wenn nicht – mir doch egal! 😛

  2. Das war auch ein Typologie-Begriff. Mario Barth hat nur ein erfolgreiches Geschäft draus gemacht.

    Nee, die Debatte habe ich nicht mitbekommen.

    Die Binnesternchen haben ja gerade das Ziel, die klare Trennung von zwei Geschlechtern („divide“) durch eine realitätsnähere Sprache abzubilden, in der Mann und Frau die Pole eines großen Spektrums an Identitäten sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*