Nur ein Missverständnis

Zuletzt hatte ich mich ja ein wenig darüber empört, dass sich in die Pressemeldungen der örtlichen Polizeidirektion Pirmasens ein Klammerzusatz geschlichen hat, der Rückfragen nur noch Pressevertretern zugesteht.

Meine Nachfrage bei der örtlichen Pressestelle der PD blieb bislang leider unbeantwortet. Netterweise wurde meine alternative Anfrage an die Pressestelle des Polizeipräsidiums Westpfalz rasch bearbeitet. Man stellt klar, dass es sich bei der Einschränkung wohl um ein „Missverständnis“ handelt. Genauer wird dies folgendermaßen begründet:

Die Kontaktdaten, die unterhalb der Pressemeldungen auf www.presseportal.de angezeigt werden, gehen auf eine Vorlage zurück, die bei der Eingabe der Meldungen (von unserer Seite) in einer Maske bereits fest hinterlegt sind und bei einer Veröffentlichung automatisch mit angezeigt werden.

Diese Eingabe-Maske ist für alle Nutzer gleich, und in Rheinland-Pfalz verwenden alle Polizeidienststellen die gleiche Vorlage, das heißt bei allen Dienststellen im Land ist derzeit die Formulierung „Rückfragen (ausschließlich von Pressevertretern) an“ zu sehen, es variieren lediglich die darunter angegeben Kontaktdaten.

Diese Vorlagen (sogenannte „Templates“) werden von der Betreiberfirma des Presseportals, der Firma „News Aktuell“ in Hamburg – einer Tochterfirma der Nachrichtenagentur dpa – erstellt und gepflegt.

(…)

In Absprache mit der Koordinierungsstelle habe ich nun veranlasst, dass der Zusatz „ausschließlich von Pressevertretern“ wieder (für alle) gelöscht wird, und wir uns erst mit allen Dienststellen in Rheinland-Pfalz abstimmen, ob (und welcher) Bedarf besteht und gegebenenfalls welcher Zusatz hier stehen sollte.

Nun, ich hoffe dann mal, dass Rückfragen zu Pressemeldungen der Polizei in Zukunft nicht im ganzen Land nur noch Pressevertretern zustehen. 😉

In einer aktuellen Pressemeldung z. B. ist der Zusatz zumindest wieder verschwunden.

4 Gedanken zu „Nur ein Missverständnis“

  1. Das ist doch normal, dass die Pressestelle für Pressevertreter ist, die sollten nur dich dann auch als Presse ansehen. In Dortmund heißt es einfach „Rückfragen bitte an:“ bei der Polizei.

    1. Naja, mag sein. Die Polizei ist aber allgemein eine der Öffentlichkeit gegenüber auskunftspflichtige Behörde. Daher sollten Rückfragen auch zu Pressemeldungen grundsätzlich jedem möglich sein. Schließlich erwartet man ja auch stets Hinweise von der Bevölkerung. Ich hab schon vor meiner „Blogger-Karriere“ 😎 z. B. mehrfach wegen Unfallzahlen angefragt – meistens wurde ich ignoriert.

      Zumal Blogger ja auch oftmals grade nicht als spezielle Form des Journalismus betrachtet werden.

      1. Die Pressefreiheit ist grundgesetzlich geschützt und umfasst damit auch das Recht, die Art des Mediums etc. frei zu wählen. Nach § 3 Abs. 1 Landesmediengesetz RP gehören auch die Telemedien dazu. Nun, es dürfte schwer sein, zu begründen, warum diese Seiten nicht zu den Medien gehört, trägt sie doch gerade zur Meinungsbildung in der Demokratie bei. Da haben die Behörden gar nicht auf ihr Bauchgefühl zu hören. 😉

        Die Pressestelle ist einfach organisatorisch nicht die richtige Stelle für private Fragen. Dafür gibt es dann andere e-Mail-Adressen und wenn man da keine Antwort bekommt, kann man IFG-Anträge stellen.

        1. Eine Pressestelle sollte allgemein (intern) die am besten informierte Stelle sein, die auch am besten Auskunft geben kann. Weil grade sie am besten weiß, wo im Unternehmen oder der Behörde sie nachfragen muss. Nach meinen Erfahrungen ist die Wahrscheinlichkeit, überhaupt eine Antwort zu kriegen, z. B. bei „allgemeinen“ e-mail-Adressen ziemlich gering.

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