Quadratisch, praktisch, gut?

Am vergangenen Mittwoch führte mich meine Tour mit dem Rennrad nach längerer Zeit mal wieder nach Saargemünd bzw. Sarreguemines. Direkt hinter der Grenze am Rande des Örtchens Frauenberg gibt es einen Verkehrskreisel, in welchem die D 82 (dem Bliestal folgend) und die D 974 zusammentreffen. Es gibt dort auch eine gesonderte Radverkehrsführung um den Kreisel herum (warum auch immer). Interessant sind die auch an anderen Stellen im „Großen Osten“ zu findenden Verkehrszeichen, die in Deutschland aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen aber einfach nicht eingeführt werden sollen. Und zwar die quadratische blaue Variante mit Fahrrad. Jene Zeichen bewirken ein reines Angebot, der Radfahrer kann wählen, welchen Weg er nimmt. Gleichzeitig bewirken Sie trotzdem ein Benutzungsverbot für andere Verkehrsarten.

In Deutschland könnte man diese reine Angebots-Radverkehrsführung gegenwärtig nicht einmal beschildern, man müsste mit Einfärbungen und Piktogrammen auf dem Boden arbeiten, um daraus irgendwie einen „anderen Radweg“ zu machen.

Stattdessen ist in Deutschland bekanntermaßen die Kombination Zeichen 239 StVO  stark verbreitet – aber dies eben auch nur zum Preis der Geschwindigkeitsreduzierung auf Schritttempo. Selbst bei von Fußgängern so gut wie gar nicht frequentierten Außerort-Gehwegen. 🙄 Es fehlt weiterhin an einem Verkehrszeichen, welches einen Radweg ohne Benutzungspflicht eindeutig kennzeichnet. Ich vermute aber, dass man das vom Bundesverkehrsministerium her nicht ohne Grund vermeidet – denn man kann damit die unterschiedlichen Radfahrergruppen ein wenig gegeneinander ausspielen. So wurde mir z. B. hier damals von einem ADFC-Tourenleiter der Vorwurf gemacht, ich sei nun mit meinen Einwänden dafür verantwortlich, dass an für Gegenverkehr zu schmalen Geh- und Radwegen (an anderen Stellen) dort ja nun nur noch mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden dürfe… 🙄

Nö, dafür bin nun wahrlich nicht ich verantwortlich. Zumal mir auch die Freigabe „freiwilligen“ linksseitigen Gegenverkehrs auf kaum 2 Meter breiten Zeichen 240 StVO-Geh-Radwegelchen ein Dorn im Auge ist!

3 Gedanken zu „Quadratisch, praktisch, gut?“

    1. Irgendwie schon. 😉 Mich wundert ja, dass es den Teilnehmern der ADFC-Gruppenfahrten irgendwie gar nicht auffallen will, dass das Befahren von schmalen linksseitigen Wegelchen grade im Rudel bei Gegenverkehr auch nicht wirklich sicherer und angenehmer ist. Aber für den ADFC ist ja „subjektiv-gefühlte“ Schein-Sicherheit inzwischen um Welten wichtiger als „objektiv-reelle“ Sicherheit. 🙄

      Eigentlich sind diese reinen Touristik- oder Freizeitradler auch der Grund, warum ich grade im Sommer beliebte eigenständige Radwege inzwischen völlig meide. Das ist mir inzwischen einfach zu gefährlich. Insbesondere im Hinblick auf ungeübte Senioren mit ein paar zusätzlichen Watt aus der Steckdose.

      1. Beim ADFC muss man differenzieren. Mit dem, was der Bundesgeschäftsführer macht, kann ich nichts anfangen. Bei den Ortsverbänden ist die Lage weiterhin wie schon immer vielfältig. Der Dortmunder KV lässt sich z. B. bisher wenig von der berliner Blase beeindrucken und deckt weiterhin unterschiedliche Gruppen ab und kümmert sich wenig darum, dass der Bundesverband die Fehler des ADAC wiederholen will, mit einer difusen Vermischung aus ideellem Vereinszweck und kommerziellen Angeboten („Vorteile für Mitglieder“).

        Mich wundert ja, dass es den Teilnehmern der ADFC-Gruppenfahrten irgendwie gar nicht auffallen will, dass das Befahren von schmalen linksseitigen Wegelchen grade im Rudel bei Gegenverkehr auch nicht wirklich sicherer und angenehmer ist.

        Wenn man das seit Jahrzehnten verinnerlicht hat, dass Radfahrer nicht den Verkehr © behindern soll, wird man das nicht realisieren.

        Eigentlich sind diese reinen Touristik- oder Freizeitradler auch der Grund, warum ich grade im Sommer beliebte eigenständige Radwege inzwischen völlig meide.

        Gilt auch für’s Ruhrgebiet.

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