Radfahrerunfall auf der Ruhbank

Pressemeldung der PD Pirmasens vom 11. Februar 2018:

Leicht verletzt wurde am 10.02.2018, um 16.24 Uhr ein 14-jähriger Junge, als er mit seinem Fahrrad die Lemberger Straße auf der Ruhbank überqueren wollte und dabei nicht auf den Fahrzeugverkehr achtete. Da er hinter einem größeren SUV auf die Fahrbahn fuhr, wurde er von einem in Richtung Lemberg fahrenden Autofahrer zu spät erkannt. Dieser konnte durch eine Vollbremsung Schlimmeres verhindern. Dennoch kam es zu einer leichten Berührung, wodurch der Junge stürzte und sich leichte Verletzungen an der linken Hand zuzog. Eine ärztliche Behandlung wurde von der Mutter des Jungen, die an der Unfallörtlichkeit erschien, abgelehnt.

Schon der dritte Radfahrerunfall innerhalb kürzester Zeit im Pirmasenser Stadtgebiet. Da der Bericht insb. was den genauen Ort des Unfalls betrifft etwas „unscharf“ war, hab ich noch einmal bei der Pressestelle nachgefragt. Diese hat den Unfallhergang netterweise deutlich detaillierter beschrieben:

der junge Radfahrer wollte die Lemberger Straße in Höhe einer ehemaligen Schuhfabrik, diese befindet sich in Fahrtrichtung Pirmasens gesehen auf der rechten Straßenseite und weiterhin direkt an der Einmündung der Erlenbrunner Straße, von rechts nach links mit seinem Fahrrad überqueren. So wartete er zunächst einen in Richtung Pirmasens fahrenden SUV ab, ließ ihn vorbeifahren und startete dann mit seinem Fahrrad vom Gehweg zur Überquerung der Lemberger Straße. Hierbei übersah der jedoch den aus Pirmasens und in Richtung Lemberg fahrenden Pkw. Der Fahrer dieses Pkw konnte direkt nach der abknickenden Landstraße zwar noch fast vollständig abbremsen, trotzdem kam es noch zur leichten Berührung mit dem Radfahrer, der auf der Straße stürzte.

Es geschah also hier. Die Lemberger Straße (L 486) ist eine abknickende . Mir ist aber immer noch schleierhaft, warum der Jugendliche genau dort (am Eck) vom einen Gehweg (und z. B. nicht vom Schutzstreifen aus) zum anderen die Straße überquerte…!? Dass er grade aus der dort ansässigen Schönheitsklinik gefahren kam, ist wohl eher unwahrscheinlich? 😉 Offenbar wollte er also anschließend auf dem linken Gehweg der Erlenbrunner Straße weiterfahren. Das scheint auf der Ruhbank derzeit echt angesagt zu sein…?! :mrgreen:

Jedenfalls hatte er da gewaltiges Glück – die Sache hätte wesentlich übler ausgehen können!

5 Gedanken zu „Radfahrerunfall auf der Ruhbank“

  1. Das immer erst was passieren muss… Vor einigen Jahren habe ich mich an die Stadt gewendet und die Gefahren des Schutzstreifens auf der Lemberger Straße beschrieben. Mir ging es damals um fehlende Abstände von überholenden Autofahrern und zu geringe Abstände zu parkenden Autos. Zugegebenermaßen ging es um Örtlichkeiten weiter stadteinwärts.

    Die Reaktion der zuständigen Behörde zusammengefasst: Ja, es kann schon mal eng werden und es können beängstigende Situationen entstehen. Aber es gibt Radler, die gerne eine eigene Spur möchten.

    Stimmt, eng ist es geworden für den Jungen. Und beängstigend ist es auch geworden – für die Mutter/Eltern. Wenn doch laut der Äußerungen der Stadt Radler eigene Spuren wollen: warum gibt es keine Spur für die, die aus Richtung Lemberg in Richtung Erlenbrunn abbiegen wollen?

    Diese sogenannten Schutzstreifen in Pirmasens sind Alibi-Aktionen, die allenfalls Schutz und Sicherheit suggerieren. Sie sind in aller Regel Gefährdungsstreifen, deren Aufgabe es ist, Radler von der Fahrbahn zu verbannen. Ziel ist freie Fahrt für freie Autofahrer.

    1. Hallo Matthias,

      Der Schutzstreifen Lemberger Straße war ja auch Thema beim Gespräch mit dem Leiter des Straßenverkehrsamts letzten Mittwoch – und da hat man auch recht klar eingeräumt, dass das Ding dort so heute wohl eher nicht mehr eingerichtet werden würde. Man prüft auch eine Entfernung.

      Das Eck dort war ja ebenfalls Thema in Sachen HBR-Beschilderung – da kam man dann zum Schluss, dass es z. B. in Richtung Lemberg sicherer sei, den Radfahrer in einem weiten Bogen über die Wasgau-Straße zu schicken. 🙄 Weil das Linksabbiegen auf der Spur da zu gefährlich sei. Angehupt wurde ich dort z. B. aber auch schon mind. zwei Mal, weil ich mich erdreistete, die Linksabbiegespur zu nehmen. :mrgreen: Für den durchschnittlichen Pirmasenser Gehwegradler ist sowas natürlich wohl wirklich zu unattraktiv. Man wird dann auch die Ansicht vertreten, dass der Radler dann halt über die Wasgau-Straße Richtung Erlenbrunn fahren kann.

      Der Radfahrer ist ja dann aber immerhin mal (per „Schutzstreifen“) auf der Fahrbahn. 😉 Wie du richtig schreibst: „Schutzstreifen“ sind nix anderes als Pseudo-Radverkehrsförderung. Die im Einzelfall mehr schadet als nützt. An Längsparkstreifen haben die m. E. gar nix zu suchen – aber viele dieser Streifchen verlaufen in PS genau dort. Ich hab das auch in meinem Gespräch am letzten Mittwoch so angemerkt: Man lockt dann immerhin mal einige der Ängstlicheren vom Gehweg auf den Streifen – die fühlen sich dort „geschützt“ – und rauschen dann in eine aufgerissene Autotür! Oder werden wegen Spurdenkens eng überholt. Eigentlich markiert der Streifen ja meist sogar genau den Bereich, den man gem. (für mich nebenbei nicht nachvollziehbarer) Rechtsprechung meiden muss, um keine Nachteile in Sachen Schadenersatz und Schmerzensgeld zu erleiden, wenn irgendein Idiot die Tür ohne zu gucken aufreißt! Es ist wirklich Ironie, dass viele Radfahrer sich so einen Unsinn gar noch selber wünschen! 🙄

      Aller Kritik an diesen Sch(m)utzstreifen zum Trotze – es ist für mich weiter unverständlich, warum der Junge dort die Straße vom Gehweg zum Gehweg (vor der doppelten Leitplanke) überqueren wollte? Selbst wenn man da einen Linksabbiegestreifen für Radfahrer einrichten würde (was von der Fahrbahnbreite wohl nicht geht) – dann wär der da niemals auf der Fahrbahn gefahren!

      1. Hallo Dennis,

        zwei Dinge: 1.) Wenn die Situation dort zu gefährlich ist, dann ist Sache der Stadt und der Polizei, hier Abhilfe zu schaffen. Zum Beispiel könnte an der Kreuzung aus gegebenen Anlass Tempo 30 angeordnet werden. Aber bevor Autofahrern dies „zugemutet“ wird, denkt man darüber nach, Schwächere auf Umwege zu zwingen.

        2.) Ich verstehe auch nicht, warum der Junge ausgerechnet dort über die Straße wollte. Das ist auch nicht die Frage. Er stand vor der Aufgabe, einen Weg (nach Hause?) zu finden. Und er hat halt nur eine schlechte Lösung hierfür gefunden.

        Für Autofahrer bietet die Stadt bequeme und schnelle Lösungen an. Für Radler gibt’s Gefährdungsstreifen, für den Jungen gab’s ein Rätsel. Vielleicht ist ihm auch eingeimpft worden „Fahr auf dem Gehweg in der Erlenbrunner Straße, die Straße selbst ist zu gefährlich.“ Und so hat er sich auf den Weg gemacht – mit bekanntem Ausgang.

        1. 1.) Klar, könnte man fordern. Dann wird die Mehrheit der 99 % Autofahrer aber aufheulen nach dem Motto „wegen der handvoll Radfahrer sollen wir da jetzt 30 fahren?“ 🙄 Und selbst wenn – am Grundproblem der abknickenden Vorfahrt auf einem Linksabbiegestreifen ändert das auch nur wenig. Den werden ängstliche Radfahrer weiterhin (auch bei 30) komplett meiden und lieber auf dem freigegebenen Gehweg den Umweg über die Wasgaustraße wählen. Es ist ja in PS sogar so, dass dir da selbst in 30er-Zonen Gehwegradler begegnen. Spontan fällt mir da jetzt auch nicht viel ein, wie man das dort besser regeln könnte. Ein kleiner Kreisverkehr vielleicht…!?

          2.) Doch, fragen sollte man sich das unbedingt! Das Grundproblem liegt denke ich auch wirklich zu einem bedeutenden Teil bei der „Fahrbahn-Impfung“! Wer von kleinauf Horrorgeschichten über die gefährliche Straße hört, glaubt das. Es fährt z. B. ja auch kaum noch einer der Jüngeren ohne „Helm“ rum – und dann musst du dich vor einem neunmalklugen Dreikäsehoch dafür rechtfertigen, warum du ohne fährst! :mrgreen: Nebenbei nörgelt das ganze Umfeld dann immer wieder mal über die blöden Radfahrer, die „den Verkehr“ aufhalten. So zerstört man jedes Selbstbewusstsein, sich als vollwertiger Verkehrsteilnehmer zu betrachten, bevor überhaupt eins entstehen könnte. Es gibt ja grade bei den ängstlicheren Radfahrern nicht wenige, die grade auch deshalb auf den Gehwegen rumfahren.

          In dem Fall hat der Jugendliche hier wohl auch um jeden Preis das Befahren der Fahrbahn zu vermeiden versucht – wurde aber bei der Überquerung derselben beinah über den Haufen gefahren. Um links abzubiegen, hätte er den „Schutzstreifen“ ja auch ganz normal verlassen dürfen / müssen. Bleibt aber – da wir nichts Näheres über seine Motive wissen – alles ein wenig Spekulation. 😉

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