Coronoia: Zersetzung

Mein Beitrag zum Thema Victim Blaming führte im Nachgang zu zwei höchst unerfreulichen „Konversationen“ per e-mail. Im Endeffekt sind die persönlichen Hintergründe egal, aber in beiden Fällen offenbarte sich das alte Sprichwort von den bellenden, getroffenen Hunden. Die eine Person trat, obwohl wir eigentlich nach einem Disput relativ anständig beschlossen hatten, getrennte Wege zu gehen, auf persönlicher Ebene ordentlich nach. Auch die andere steigerte sich immer weiter in die Sache hinein. Im Endeffekt ist es auch vollkommen egal; auch in meinem minimalistischen Blog-Umfeld kommt es eben zu zunehmenden Zermürbungs– und Zersetzungserscheinungen.

Man fängt dann halt irgendwann damit an, auch aufgrund der zunehmenden Aussichtslosigkeit, sich wegen Kleinigkeiten oder auch nun (man kennt sich mit der Zeit auch besser) deutlicher zu Tage tretender politischer oder weltanschaulicher Differenzen an die Gurgel zu gehen; schließlich liegen bei vielen von uns die Nerven auch schon seit längerer Zeit ziemlich blank. Ich nehme mich davon auch nicht aus; wenn Menschen mir bspw. vorwerfen, ich sei selber Schuld an all den Folgen, die sich aus einer zu 100 % konsequenten Maulkorbverweigerung nun einmal ergeben, dann halte ich das für persönlich inakzeptabel. Ich kann und will mit solchen Menschen nicht mehr auf einer persönlichen Ebene kommunizieren; ich kündige dieses Bündnis dann eben auf. Ist kollektiv eher schlecht – aber nun einmal der Gang der Dinge. Und das wissen die die Kunst der psychologischen Kriegsführung meisterlich beherrschenden, globalen Eliten.

Es ist schon ein paar Jahre her, da hatte ich in irgendeinem Blog, vermutlich dem von Epikur, zu den (damals aus den gleichen, die Friedensbewegung spaltenden Gründen) gescheiterten Friedensdemos im Zuge des Ukraine-Konflikts, auf den (auch in Sachen Corona sehr sehenswerten) Film „V wie Vendetta“ verwiesen. Hier nutzte der sich auch gar nicht wirklich kollektiv als solcher verstehende „Widerstand“ das Element der Anonymisierung durch Maskierung, um eine faschistische, das Volk unterdrückende Regierung zu stürzen. Unter der Guy-Fawkes-Maske kämpften also auch Menschen miteinander für eine gemeinsame Sache (den Sturz der Regierung), die sich im sonstigen Leben aus den unterschiedlichsten (also auch persönlichen) Gründen feindlich gegenüberstanden. Oder zumindest keine besten Freunde waren. Denn man wusste ja nicht, mit wem man da eigentlich Widerstand leistet.

Vermutlich ist auch das gegenwärtig eines unser größten Probleme; denn, ich schreibe es nicht zum ersten Mal, dass ein Großteil des „Widerstands“ einem fundamentalen Trugschluss unterliegt; dass die Zeit gegen und nicht für uns spielt: Je länger dieser Wahnsinn dauert, desto eher gewinnen die Faschisten. Weil sie sich darauf verlassen können, dass vor allem im Rahmen eines tagtäglichen, auf den Verstand der wenigen Wachen zielenden Psychoterrors, das uns (noch) Einende, uns über politische und persönliche Differenzen hinwegsehen Lassende, im „Alltag“ vermehrt in den Hintergrund rückt und verblasst. Der existenzielle Druck und auch die persönlichen Differenzen, auch aufgrund zur Neige gehender finanzieller und materieller Ressourcen, werden logischerweise weiter zunehmen; auch Friendly Fire und Verdächtigungen, wer alles vom Verfaschungsschutz bezahlt und gelenkt werden (oder wer einfach nur unfähig sein) könnte.

Ja, mit der Zeit neigen dann eben auch gerade jene, denen es besonders dreckig geht, weil sie bspw. nicht (wie andere) bereits das Rentenalter und damit eine regelmäßige monatliche, das Überleben und ein Dach über dem Kopf sichernde Überweisung erreicht haben, zu einer zunehmenden „Radikalität„. Sie verdammen dann auch das diesen faschistischen Wahnsinn (Ende September) covidiokratisch legitimierende Mitläufertum in einer deutlicheren Art und Weise.

Sie weiten ihre Kritik auch auf jene aus, die sich (weil sie der Ansicht sind, sie hätten noch etwas zu verlieren) immer noch, in einer „moderaten“ oder „pragmatischen“ Weise an dieses kranke System anpassen. Indem sie sich eben weiterhin einen Maulkorb aufnötigen oder sich gar regelmäßig „testen“ lassen, um noch irgendwie an einer völlig kranken „Gesellschaft“ teilhaben zu dürfen. Diese Instrumente waren aber nun einmal von Beginn an nur als Platzhalter gedacht; unbedacht bleibt dabei auch weiterhin, dass der Hang mit jedem noch so kleinen Zugeständnis nur noch schneller abrutscht.

Ehrlich: Ich hoffe, dass es bald endlich soweit ist; dass sie uns „ungeimpften“ Untermenschen auch noch diese verbliebenen Möglichkeiten; auch das „Recht“ zum Einkauf im Supermarkt, nehmen werden! Es braucht offenkundig die totale Ausgrenzung; damit auch die naiveren Menschen im „Widerstand“ endlich merken, dass man sich selbst, durch Anpassung und Unterwerfung Schritt für Schritt selber in diese (zunehmend ausweglose) Lage hineinmanövriert hat! Lasst sie all die technokratischen Mittel installieren (inkl. digitalem Zentralbankgeld), welche bereits fertig vorbereitet in den Schubladen liegen.

Vielleicht vergessen wir dann, angesichts dieser größeren und klareren, unmittelbaren Bedrohung wieder für eine Weile unsere persönlichen, uns trennenden Befindlichkeiten? Andererseits werden wir dann halt auch bemerken, dass – Siehe Australien – dann auch gar kein Widerstand mehr möglich sein wird?

Spätestens dann bleibt wohl wirklich nur noch die Guy-Fawkes-Option.


Ey, du Opfer!

Im Zusammenhang mit den Vorwürfen zu meiner Kritik am Victim Blaming noch eine kurze Anmerkung: Opfer zu sein, ist zuallererst kein persönlicher Makel, kein Ausdruck eines persönlichen Versagens! Wer – wie auf dem Schulhof einer Hauptschule – den am Boden liegenden Opfern staatlichen Psychoterrors auch noch ein „Ey, du Opfer!“ entgegenrotzt, spricht damit die Täter von all ihren Taten frei; verdreht auch hier auf eine nur noch als pervers zu bezeichnende Art und Weise die Rollen von Täter und Opfer!

Es widert mich einfach nur noch an, wie in dieser neoliberalen „Leistungsgesellschaft“, die mit Corona nun zur Perfektion getrieben wird, auch noch auf vielen Opfern herumgetrampelt wird; sie würden sich in ihrer „Opferrolle“ gemütlich einrichten.

Man kann auch Opfer sein – und sich gegen an einem begangen werdendes Unrecht wehren. Oder es zumindest versuchen, die Täter hierfür irgendwann zur Verantwortung zu ziehen.


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  • Laut @OlafScholz haben die #Versuchskaninchen gewartet, ob alles gut ausgeht. Das können sie aber erst nach der letzten Runde wissen. | Hier die bis Juni gemeldeten schweren Nebenwirkungen laut EMA. Es gibt eine hohe Dunkelziffer und starken Meldeverzug: | transparenztest.de | @SHomburg.
  • Meanwhile, in Texas… | @RitaPanahi | Kommentar: In zwei Wochen alle tot.
  • FRANCE – The people storm a shopping centre, refusing to show vaccine passports as a condition of entry. | And that’s all it takes. Just say no. Say no to restrictions you would never have voted for. | Hold. Your. Line | #NoVaccinePassports | @BernieSpofforth.
  • Ja, es ist mehr als Genugtuung, dass Schweden Recht hatte während inzwischen Australien komplett absäuft. Viele vergessen oft, dass Melbourne bereits 2020 einen monatelangen Lockdown hatte. | Stockholm Lockdown: Fehlanzeige. | @prof_freedom.
  • „Hirnnebel” trübt Blick auf Delta-Variante | QPress.
  • Warum hat Deutschland keine Verfassung? | RT DE.
  • In Australien kommen ja nur Ungeimpfte ins KZ. Für die Geimpften gibt es Hausarrest mit elektronischer Fussfessel als App | >b’s weblog.
  • Das Arztgeheimnis wird in Deutschland abgeschafft. Die körperliche Aufsicht von abhängig Beschäftigten obliegt nun ihren Haltern (“Arbeitgebern”) | >b’s weblog.
  • Berset bereitet Ausweitung der Zertifikatspflicht vor | Tagesanzeiger.
  • Dass Sonntagsmärchen | Eyes Wide Shut.
  • The Great Reset, kein Maerchen! Aber erst einen Kaffee, dann Shopping center sehen. Schrecklich! | Bernie aus Australien.
  • A&H’s: «Geld – Gier– Gesellschaft (Mir gehört nichts…)» | Caimi Report.
  • Ich seh nichts! Ich hör nichts! Ich sag nichts! | Katherina Kathi.
  • Meine Seele hat es eilig [Mário de Andrade] | KaiserTV.

10 Gedanken zu „Coronoia: Zersetzung“

  1. »Meine Seele hat es eilig« – der letzte Link in Deiner Linksammlung. Ja. Ich habe nie verstanden, wieso Menschen »Zeit totschlagen« oder »Zeit vertreiben« wollen. Sie ist das Einzige, was wir hier haben, und niemand weiß, wann wir wieder abberufen werden in die große Stille.

    Stattdessen delirieren wir kollektiv in kindlichen Allmachtsgefühlen, als ob der Tod nur ein dreckiger Treppenwitz sei, der von unserem großartigen Selbstbild, von unserer selbst definierten »Realität« abperlt wie Wasser von einer Fettschicht. Wir sind im Grunde längst tot, und all unsere Geschäftigkeit ist dazu da, das zu übertünchen.

    1. „Nichts tun“ oder „Zeit totschlagen“ soll wohl überhaupt nicht so sinnlos sein wie es auf den ersten Blick scheint.
      Es soll Raum schaffen für neue Kreativität und Ideen oder um einfach mal den eigenen Gedanken freien Lauf zu lassen.

      1. Mir fiel spontan dieses tolle Gedicht zum Thema ein…

        „Wunderliches Wort: die Zeit vertreiben!
        Sie zu halten, wäre das Problem.
        Denn, wen ängstigts nicht: wo ist ein Bleiben,
        wo ein endlich Sein in alledem? –

        Sieh, der Tag verlangsamt sich, entgegen
        jenem Raum, der ihn nach Abend nimmt:
        Aufstehn wurde Stehn, und Stehn wird Legen,
        und das willig Liegende verschwimmt –

        Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; –
        aber auch in ihnen flimmert Zeit.
        Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt
        obdachlos die Unvergänglichkeit.“

        Rainer Maria Rilke

    2. Tag für Tag schlage ich die Zeit tot
      Eines Tages schlägt die Zeit zurück
      Und dann bin ich tot
      (Freie Übersetzung von Shakespeare: I wasted time and now doth time waste me)

  2. Lieber Dennis,

    ich hoffe sehr, dass das „nur“ virtuelle Freundschaften gewesen sind, die Dich stressen statt trösten – denn dann weiß man wenigstens wieder, was man am echten Leben hat (das stresst dann noch viel mehr, wenn es auseinanderfliegt, aber das ist eine andere Geschichte).

    Dann wollte ich Dir von meinem Samstag ab 11:00 Uhr in Paris bei dieser Demo https://www.youtube.com/watch?v=-tQn72EqwNM
    erzählen, was ich beobachtet habe.

    – Es wurde während der Wartezeit (die Demo hätte um 14:00 Uhr losgehen sollen, wir standen aber dichtgedrängt bis um 14:50 Uhr in der knallheissen Sonne ohne Schatten) alle 10 Minuten die Marseillaise gesungen und das in einer Lautstärke, dass später beim Marschieren, wo sie wieder alle 10 Minuten gesungen wurde, die Haussmannschen Parishäuser mit den schmiedeeisernen Balkönchen erzittert sind (vor Ehrfurcht und nationalem Stolz). So etwas haben wir hier nicht, könnten es auch gar nicht haben, so etwas hat man oder hat es nicht und die Franzosen haben es. Stell Dir das mit dem „Deutschland, Deutschland über alles“ vor.

    – In der Metro sind mir schon Demo-Gruppen aufgefallen, die aber ganz anders ausgesehen haben als unsere Demoteilnehmer, selbst wenn sie „ganz normale Leutchen“ gewesen sein sollen: Ältere Männer mit blitzblanken Bizepsen in aschgrauen Trägerhemden, schwarzen Jeans, grauen Haaren und ganz klar „Working Class“, aber sehr stolz, sehr attraktiv trotz fortgeschrittenen Alters und klassenbewust. „Würde“ würde ich so definieren. So etwas haben wir hier bei uns auch nicht: Da schielt noch immer der Handwerker nach dem Sesselpupser im Allianzhochhaus und meint, der hätte es besser erwischt. So sahen die nicht aus, auch sehr kumpelhafte Frauen drunter.

    – Kein Programm, gar keines, aber immer wieder Musik – von Twist, Life-is-life bis Bella-Tschau – die umformuliert und von allen mitskandiert werden konnte, einschliesslich klatschen und „Macron muss weg!“ Rufen. Zudem hört sich „Liberté“ skandiert viel weniger ballwegmässig an als „Friede! Freiheit!“. Es gibt sogar eine Kirche in Paris, wo eine riesige Fahne hängt, dass das auch jetzt noch gelte „Freiheit, Gleichheit, Bürderlichkeit!“ jetzt gerade.

    – Keiner, wirklich keiner hat eine Maske getragen. Ich habe nur eine elegante Frau gesehen, die einen großen Schlapphut aufhatte und eine schwarze Maske bis unter die Sonnenbrille gezogen hatte, aber immer wieder mitgeschrien hat „Macron muss weg!“ – war wohl die Frau von Dominque Strauss-Kahn, oder die Ex-Frau….wir kamen grade unter ihrer Wohnung vorbei.

    – Das beeindruckendste waren aber die, die am Rande stehengeblieben sind. Ich hätte mir so gewünscht, ich wäre Filmemacher oder von RT: Nichts wäre sprechender gewesen als eine Aneinanderreihung dieser ungläubigen Gesichter, denen die Kinnlade runtergefallen ist (wortwörtlich) „das glaube ich jetzt nicht!“. Bar jeder Agression und auch keiner fix- und fertigen Meinung. Dazu mussten sie sicherlich erst nach Hause gehen und ins TV gucken: Paris ist rappelvoll mit Touristen, sehr viele deutsche Touristen, Teenager, Ehepaare in Sandalen und Socken, viele auch mit Kleinkindern in Buggy’s unterwegs – und die haben alle Bauklötze gestaunt und waren in ihrer Weltsicht schwer erschüttert und das sah man ihnen auch an.

    – Keine Polizei, gar keine. Keine Antifa, gar keine.

    Zuletzt: Ich konnte nicht widerstehen und bin in das riesenhafte Jugenstil-Kaufhaus mitten in der Stadt, das sämtliche Nobelmarken beherbergt (und das am Sonntag!): Ich musste mir einen Ruck geben, um bei den dreierlei Securities (schwarz, gelb, olivbraun) vorzusprechen, aber aus meinen Schuhen tropfte schon das Blut und ich dachte: Dior wäre jetzt genau das Richtige. Nein, habe ich nicht gedacht, aber barfuss weiterlaufen wäre bei dem Kaugummi und den Scherben auf den Strassen auch keine Option gewesen.

    Hinter der Security fällt mir die Kinnlade runter: Das Kaufhaus ist genauso rappelvoll wie die gesamte Stadt – sehr viele Chinesen, Araber, aber auch Deutsche, Engländer und Holländer – und alle haben gekauft, was das Zeug hält. Eine ganz eigenartige Stimmung war das unter dem In-House-Publikum: So als ob man zu den Auserwählten gehören würde, die jetzt einkaufen dürfen und dieser Stimmung konnte man sich nur sehr schwer entziehen.

    Ich habe dann die billigsten Sandalen des Jahrhunderts dort erstanden, habe zweimal nachfragen müssen, weil ich dachte, sie hätten eine Null oder zwei vergessen und konnte dann vor der Türe meine knallroten, geschundenen, an mehreren Stellen offenen Füsse in so etwas Birkenstockähnliches quetschen – was weniger gekostet hat als bei Tretter in München in der Nymphenburgerstrasse im Ausverkauf.

    Dennoch gab es dieses „Gefühl“ des Auserwähltseins – Luxus pur für Auserwählte und man war fast versucht ständig „Danke, danke, dass ich hier sein darf, zu sagen – jedenfalls lag das vielstimmige Danke genauso laut in der Luft wie am Tag davor die Marseillaise.

    Genau so wird es klappen, dachte ich, genau so: Die Apartheit samt den Opfern, aber in Frankreich haben sie da die Rechnung ohne den Wirt gemacht – mehr Kontrast ist gar nicht möglich. Sorry für den ellenlangen Post, aber Du hattest Dich ja schon nach Paris geträumt und lange wird es hier nicht mehr ruhig und friedlich bleiben, da bin ich mir sicher. LG Josi

    1. Danke für den Bericht; wie gesagt: Solche Sachen kannst du mir gerne auch als Gastbeitrag zukommen lassen.

      Das nächste Mal dran denken, demo- und revolutionstaugliches Schuhwerk anzuziehen; nicht, dass es dir wieder wie John McClane in Stirb Langsam geht. 😉 Wenn die Bastille gestürmt wird, kannste mich ja evtl. auf dem Weg dahin aufsammeln? Mit dem Rad ist Paris dann doch ein Stückchen zu weit.

      1. Lieber Dennis,
        ja, das werde ich sehr gerne machen (Dich aufsammeln auf dem Weg dorthin, ging mir gestern ständig durch den Kopf, genau so…).

        Und ja, das mit den Schuhen ist so ein lebenslanges Irgendwas bei mir: Ich gehe frühmorgends um 5:30 Uhr aus dem Haus, werfe möglichst wenig in meinen Rucksack, um beweglich zu sein und nicht mit einem Rollkoffer klappernd durch Städte ziehen zu müssen und zum Schluss nehme ich meine wunderbaren, allerbesten Bär-Sandalen (wolkenmässig auf Dauerflanieren einjustiert) aus dem Rucksack und werfe sie in den dunklen Flur: Heute Nacht zurückgekommen habe ich von den Luxus-Birkenstocks blutunterlaufene riesige Blasen an dem Fersen. Aber die ganze Nacht hat mich das unterschwellige Traumgefühl der schmerzenden Füsse nicht verlassen ohne dass mich das gestört hätte: Wahrscheinlich möchte man von welchem Erlebnis auch immer, doch auch irgendwie länger etwas haben :-). LG Josi

  3. Wunderschöne Posts! Danke an Alle! Aber ja: Das Leben feiern, sich freuen und ganz offen, »auf Empfang« sein ist alles Andere als »Zeit vertreiben« …

    Herzliche Grüße!

  4. Es gibt nicht schöneres als sich (eventuell auch mit einem Bier in der Hand)
    hinzusetzen und den Wellen zuzuschauen, auch bis zum Sonnenuntergang.

    Buddha:
    Laß deinen Geist still werden wie einen Teich im Wald. Er soll klar werden, wie Wasser, das von den Bergen fließt. Laß trübes Wasser zur Ruhe kommen, dann wird es klar werden, und laß deine schweifenden Gedanken und Wünsche zur Ruhe kommen.

    „An sich ist Müßiggang durchaus nicht die Wurzel allen Übels, sondern ist, im Gegenteil, ein geradezu göttliches Leben, solange man sich nicht langweilt.“ – Sören Kierkegaard

    „Ein Müßiggänger hat unendlich viel mehr Sinn für Metaphysik als der Betriebsame.“ – Émile Michel Cioran, „Auf den Gipfeln der Verzweiflung“.

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