Coronoia: Verweilverbot 2.0

Man fragt sich echt, was diese juristischen Dünnbrettbohrer in deutschen Verwaltungsgerichten rauchen oder ggf. auch nasal bzw. intravenös zu sich nehmen, um einen derartigen Schwachsinn wie die erneute Bestätigung des bereits im Frühjahr unheimlich erfolgreichen Düsseldorfer „Verweilverbotes“ zu verbrechen? Das wird besonders absurd, wenn man sich daran erinnert, dass es ausgerechnet der Düsseldorfer VG-Präsident war, der sich anlässlich der „Bundesnotbremse“ (zum Schein) gewaltig aufgeplustert hatte.

In der aktuellen Pressemitteilung zum Beschluss mit dem Aktenzeichen 7 L 1159/21 heißt es u. a.

(…) Nach den Erfahrungen des Pfingstwochenendes liege auf der Hand, dass wegen des zu erwartenden Ansturms auf die Altstadt bei dem vorhergesagten milden Wetter weitergehende Maßnahmen ergriffen werden müssten. Verweilverbot und Alkoholkonsumverbot seien erforderlich und angemessen. Seien alle Besucher der Altstadt und der Rheinuferpromenade verpflichtet, sich fortzubewegen, dürfte schon die stetige Bewegung die Einhaltung der Mindestabstände ermöglichen. Das Verbot des Alkoholverzehrs dürfte zudem die Attraktivität des stationären Aufenthalts enorm reduzieren. Denn die Altstadt und das Rheinufer hätten an den Wochenenden abends und nachts gerade deshalb eine besonders hohe Anziehungskraft, weil dort mitgebrachter Alkohol konsumiert werden könne. Sinke die Attraktivität infolge der Verbote, dürfte sich auch die Menge der Besucher verringern. (…)

Ja, welche „Erfahrungen“ gab es denn? Stiegen die „Infektionszahlen“? Stieg die „Inzidenz“? Stieg die Belastung der Intensivstationen? Gibt es einen Beleg dafür, was das tolle „Verweilverbot“ im Frühjahr bewirkt hat?

Wo gehen die Leute denn dann hin, um sich nicht nur wegen dieses hirnzerfickenden Blödsinns ins Koma zu saufen? Wo ist der Beleg für auch nur eine einzige asymptomatische Übertragung? Vor allem unter freiem Himmel?

Es ist schlicht und ergreifend unfassbar, was diese Kaste regierungshöriger und stinkfauler, die Hauptsacheverfahren auch weiterhin bewusst liegenlassender „Verwaltungsrichter“ seit rund 16 Monaten zu Papier bringt. Es ist eine Schande und intellektuelle Beleidigung, für jeden, der in seinem Leben auch nur annähernd mal etwas mit Jura zu tun hatte.

Eins steht fest: Die „Verwaltungsgerichte“ gehören hinterher (sofern es eines geben sollte) entkernt. Komplett. Und alle Richter zuerst nach Den Haag oder Nürnberg. Und anschließend nach Guantanamo. Wo sie bis an ihr Lebensende in Isolationshaft orange Anzüge und Maulkörbe tragen werden. Zu den Haftbedingungen wird darüber hinaus auch noch ein Verweilverbot gehören; das heißt, dass sie sich 16 Stunden am Tag in einem Laufrad fortbewegen müssen.


Siehe auch

Coronoia: Politische Justiz

Coronoia: Pseudo-Rechtsstaat


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12 Gedanken zu „Coronoia: Verweilverbot 2.0“

  1. Man muß sich ja nur das hier:

    Nach den Erfahrungen des Pfingstwochenendes liege auf der Hand, dass wegen des zu erwartenden Ansturms auf die Altstadt bei dem vorhergesagten milden Wetter weitergehende Maßnahmen ergriffen werden müssten.

    mal komplett ohne Bezug durchlesen und dann fragen: Was, um alles in der Welt, passiert hier?!
    Das einzige, worauf man kommen könnte, wäre irgendwie ein Volksfest, bei dem Autos, Busse, Motorräder komplett die Altstadt blockieren und man insofern in irgendeiner Form eingreifen müßte.
    Daß es hier tatsächlich darum geht, Menschen davon abzuhalten, sich in die Sonne zu setzen und dabei am Ende noch etwas zu Essen oder zu Trinken zu konsumieren damit sie niemanden mit etwas anstecken, was keine Symptome zeigt, hat was von hoch interessanter Science Fiction, aber noch vor zwei Jahren hätte das doch niemand, wirklich niemand mit einer deutschen Stadt und einer deutschen Gerichtsbarkeit im Jahre 2021 in Verbindung gebracht.
    Liebe Landsleute in Düsseldorf: geht hin und ignoriert dieses Urteil. Dann ist’s nur ein Irrer des VG Düsseldorf, nicht aber die Mehrheit der Bürger Eurer Stadt, der diesen kafkaesken Wahnsinn tatsächlich für angemessen hält.

  2. Es ist ja de facto so, daß sie mit aller Macht zerstören wollen, was uns gesund hält.
    Habe gestern den Aushang im Fitness Studio gelesen, wie es funktionieren soll:
    Halbe, halbe; geimpfte und genetisch ungepimpte, je 40 Quadratkilometer, ähm Meter.
    Einlass nur mit frischem Antigen Test, (IQ Test unter 80 geht wahrscheinlich ersatzweise auch)
    Vorher muß ein Termin ausgemacht werden, da gab es einen spezifischen Zeitraum, per Telefon.
    Immer Abstand halten !
    Der beste Part zum Schluß: Die Maske soll permanent getragen werden und darf nur am Gerät
    abgesetzt werden !!!
    etc etc liest sich wie die Anleitung aus einem Monthy Python Film …
    Haha was für kranke *#+ß09§$&)§ !!!
    Da gerade einer von den verblödeten Deppen rumsprang, habe ich mal anlauten lassen,
    wie genau die sich das vorstellen ?
    Na wenn die Inzidenz weiter fällt so in ein zwei Wochen blah blah …
    Erst mußte ich lachen, dann habe ich leider wieder mal die Fassung verloren und wieder
    mal ziemlich laut gebrüllt, ob sie eigentlich einen an der Waffel haben und sollen sich endlich
    mal erkundigen, was genau ein ver***er PCR Test ist und das der bei Allem auf Kohona anschlägt.
    Ich weiss es bringt nichts, aber kann echt nicht mehr ruhig bleiben.
    Also Sport in geschlossenen Räumen wäre damit auch ersteinmal durch !

    Ein Bekannter meinte den Riss der durch die Gesellschaft geht, kann man nie wieder flicken.
    Könnte gut sein, daß der nachhaltig ist.

    Ja und das asymptomatisch Infizierte eine Mär ist (gerade bei respiratorischen Infektionen)
    und selbiges rein sprachlich, ein Unbehagen auslöst, scheint auch Niemanden zu interessieren.

    Ich weiss nicht ob Kafka voraussehen konnte, daß dieses System so dreist auf der Verblödungsschiene läuft … heisst nicht umsonst Dussel Dorf !

  3. Noch ein kleiner Beitrag aus Berlin, der Bundeszentrale des Irrsinns: Die Bedingungen seit 19. Mai fürs Chorsingen im Freien (ich muss es wiederholen, sonst glaube ich es selbst nicht: im Freien!) sind sehr ähnlich denen, die im Fitnessstudio gelten, inklusive 2 m Mindestabstand in allen Richtungen, Maskenpflicht und tagesaktuellem Test bzw. Impfnachweis. Unter diesen Umständen verzichte ich dankend. Ist schade, aber da mitzumachen würde diesen Irrsinn nur weiter legitimieren: Einer weniger in einer Demo pro Wahnsinn.

    1. Ist schade, aber da mitzumachen würde diesen Irrsinn nur weiter legitimieren

      Mein Reden!
      Deswegen mache ich seit Anbeginn nirgendwo mit, wo irgendetwas unter Hygienebedingungen stattfindet. Und wenn es – auch hier – mit dem Chorsingen bald wieder besser wird (soweit mir bekannt allerdings ohne Test- oder Impfnachweis), dann muß mein Chorleiter auf mich verzichten. Und da ich eine seiner besten Stimmen bin, wird ihm das weh tun. Aber SCHULD hat natürlich dann nicht derjenige, der die Maßnahmen verhängt: Schuld habe ganz bestimmt ICH.
      L*** m***.

      N.B. Singen kann ich auch alleine, und tue es. Gerne auch lauthals mitten in der Stadt, wie vor einigen Tagen. »Geh‘ aus, mein Herz…« habe ich geträllert, es war einfach zuu schönes Frühlingswetter. 🙂

      1. Liebe Helene,

        welche Parallelen! Ich bin Gründungsmitglied des Chores, den es seit über zwanzig Jahren gibt. Hatte schon im Frühjahr letzten Jahres, als das alles losging, allen (ca. 30 Leute) meinen Eindruck mitgeteilt, dass da was ganz gewaltig faul sein muss. Natürlich habe ich mich damit alles Andere als beliebt gemacht, wie Du Dir denken kannst. Den meisten ging’s zwar am Arsch vorbei, und ein paar Leute waren auf »meiner« Seite, doch etliche fühlten sich richtig angepisst, ja haben mich regelrecht angefeindet.

        Und ja, singen kann auch ich alleine. Und wenn ich Lust habe, mache ich das.

  4. Zu den Kommentaren von Claus am 01.06.2021 um 14:32 Uhr und Helene am 01.06.2021 um 14:49: >Diesen Irrsinn nicht mitmachen<:
    Leider werden sich mit Sicherheit immer genügend Speichellecker und Masochisten finden, die noch viel mehr Kopfstände machen würden, um zum Beispiel Einlaß in ein Freibad zu erhalten. Wenn es etwa Vorschrift wäre, sich nur auf allen Vieren auf dem Gelände zu bewegen (wie in Gunnar Kaisers Kurzgeschichte "Ein Volk von Kriechern": https://www.youtube.com/watch?v=WnfZWsXqyy8 ) würden sich auch dann noch genügend Kriecher einfinden, wenn es sich "nur" um eine Empfehlung handeln würde mit dem Aufruf zur "Solidarität". Ich habe gerade eben erfahren, dass das Freibad (mit Schwimmteich), das ich vor Ausrufung der Panedemie durch einige geschäftstüchtige Irre in Genf regelmäßig besucht hatte, laut meiner telefonischen Anfrage trotz einer ganzen Palette von Hindernissen, die es wie in einem "Jump and Run"-Game zu überwindern gilt, um Einlaß zu finden, stets ausgebucht sei. Ich vermisse die Schwimmbad-Besuche sehr, bleibe jedoch stur und lasse mich nicht zum Narren machen. Wenn, ja wenn, jeder… Wenn das Wörtchen "wenn" nicht wäre…

    1. Es muß gar nicht jeder machen.
      Meiner Meinung nach beeindruckt es auch die Mitläufer und Mitmacher, wenn und daß es Leute gibt, die das boykottieren. Vielleicht würden sie es einem nie erzählen, aber kalt läßt das die meisten wohl nicht.
      Und nach allem, was man so hört, hat die DB im Fernverkehr 40% weniger Auslastung und auch viele Gastronomen und andere Läden sind weit davon entfernt, mit normalen Zahlen kalkulieren zu können. Das halten die auf Dauer auch alle nicht durch. Wird auch für Schwimmbäder gelten.
      Weiter tapfer bleiben!

      1. Meiner Meinung nach beeindruckt es auch die Mitläufer und Mitmacher, wenn und daß es Leute gibt, die das boykottieren.

        Du gehst seit Beginn dieses Wahnsinns maulkorbfrei einkaufen. Wie viele der Mitläufer haben es dir nachgemacht? ;(

        1. Sie müssen es ja nicht nachmachen, um beeindruckt zu sein.
          Und daß manche beeindruckt sind, weiß ich, weil sie es mir gesagt haben.

    2. Ich vermisse die Schwimmbad-Besuche sehr, bleibe jedoch stur und lasse mich nicht zum Narren machen.

      Gibts in deiner Ecke keine Baggerseen? Oder Weiher? Noch darf man da ja hin; zumindest an die nicht eingezäunten. Denen trau ich aber auch zu, es generell zu verbieten und dort im nächsten Sommer dann Ariernachweiskontrollen zu machen.

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