Coronoia: St. Yropor trägt Maske

Ich habe im ein oder anderen Beitrag immer wieder mal darauf verwiesen, dass der deutsche, nicht nur Schweden, Weißrussland, Texas, Florida und South Dakota leugnende Maulkorbwahn, der gerade bei der Dauerhasssendung in Gestalt des #diemaskebleibtauf trendet, große Ähnlichkeiten zu einem anderen Utensil aufweist, dem lebensrettende Wirkung zugesprochen wird: Dem „Fahrradhelm“! Gegen diesen Glauben kommt man mit rationalen Argumenten auch nicht an; es ist vollkommen sinnlos. „Der Helm hat mir schon x Mal das Leben gerettet!“ Es handelt sich um den Schutzheiligen vertrottelter und suizidal veranlagter Radfahrer, die sich permanent auf die Fresse legen: St. Yropor. Wie die Maulkörbe, dienen diese Dinger in allererster Linie der den Gruppenzwang verstärkenden Uniformierung. Und wer sich weigert, diese lächerliche Narrenkappe zu tragen, der wird eben ausgegrenzt.

Es ist schon ein paar Wochen her; da war ich auf dem Rückweg von einem Treffen mit einem Widerständler aus Karlsruhe an der Weinstraße und sah auf dem Parkplatz unterm Hochstein bei Dahn einen pausierenden Rennradkollegen. Ich war leider schon ein wenig aus der Puste, weshalb er mich recht zügig überholte und einlud, ihm zu folgen. Unweigerlich kam schon nach der Begrüßung der dumme „Kein-Helm-Spruch“. Er bretterte mit einem ordentlichen Tempo durch Dahn und wäre beinahe auf ein vor einem Zebrastreifen anhaltendes Auto gekracht. Mit den Basis-Verkehrsregeln hielt er es auch nicht so genau; denn als am Ortsausgang von Dahn eine (rote) Baustellenampel auftauchte, hüpfte er auf den Gehweg, um an dieser vorbeizurauschen. Ich hielt natürlich an, weshalb sich unsere Wege sehr schnell wieder trennten. Seinen Fahrstil würde ich als „leicht suizidal“ beschreiben.

Und solche Leute setzen sich dann eben ein (meist sehr teures, man will ja auch distinktiv zeigen, was man sich leisten kann) Stück Styropor auf die Rübe, anstatt einen halbwegs vernünftigen Fahrstil zu pflegen.

Jedenfalls hatte ich mich hier im Blog neulich über zwei Pressemeldungen der PD Landau echauffiert. Und eine Nichtbeantwortung der PI Edenkoben zum Anlass genommen, mich beim zuständigen Polizeipräsidium Rheinpfalz wie folgt zu beschweren.


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hatte mich erst kürzlich anlässlich der permanenten – ich kann das leider nicht anders bezeichnen – Fahrradhelmpropaganda der PD Landau, insb. der PI Edenkoben, beim Leiter der PI beschwert und bislang leider keine Antwort erhalten.

Da eine heutige Pressemeldung der PD Landau (PI Wörth) nun auch noch die regelrecht provokante Überschrift

POL-PDLD: Radfahrerunfall in Berg / Fahrradhelme schützen !!!!

trägt, möchte ich Sie bitten, zu meiner Beschwerde eine eigene Stellungnahme abzugeben und die beiden genannten untergeordneten Behörden anzuweisen, in ihren Pressemeldungen zukünftig objektiv zu berichten, keine Spekulationen über (mögliche) Unfallfolgen an- und vollkommen unbelegte Behauptungen aufzustellen, keine Fake-News zu verbreiten und vor allem kein Victim-Blaming mehr zu betreiben.

Wenn jemand trotz „Helm“ eine Gehirnerschütterung (also ein Schädel-Hirn-Trauma) erleidet, ist dies im Übrigen kein Beleg für die Wirksamkeit des „Helms“ sondern das exakte Gegenteil davon!

Nur vorab: „!!!!“ halte ich für kein zulässiges sachliches, wissenschaftlich-evidentes Argument!

Mit freundlichen Grüßen

Dennis Schneble


Es folgt die abschnittsweise von mir kommentierte Antwort des PP Rheinpfalz.


Sehr geehrte Frau X,

ich bedanke mich für Ihre Antwort. Ich gehe im Folgenden auf einzelne Aussagen Ihrerseits ein:

Sehr geehrter Herr Schneble,

vielen Dank für Ihre E-Mail und Ihr Interesse an unserer Arbeit. Wir begrüßen ausdrücklich eine Diskussion über und kritische Auseinandersetzung mit unserer Berichterstattung.

 Das Thema Fahrradsicherheit hat in unserem Polizeipräsidium einen hohen Stellenwert. Im vergangenen Jahr nahm die Beteiligung von Fahrrad- und Pedelcfahrenden an der Zahl der Gesamtunfällen erneut zu (2019: 1.423 Unfälle / 2020: 1.470 Unfälle). In über der Hälfte der Unfälle wurde die Hauptursache von den Radfahrenden gesetzt. Besonders besorgniserregend sehen wir das Zahl der verletzten Personen in Zusammenhang mit den diesen Unfällen. Mit Fahrrädern verunglückten insgesamt 1.200 Personen, davon wurden acht Menschen getötet, 210 schwerverletzt, 982 leicht verletzt (s. Verkehrsunfallstatistik 2020 https://s.rlp.de/Avlvg).

Die Aussage, dass „über die Hälfte“ der Unfälle von Radfahrenden „gesetzt“ seien, ist verkürzt und damit manipulativ, da Sie hier einfach die Alleinunfälle miteinbeziehen. Gemäß der Daten des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2017 ergibt sich bei der Betrachtung der Unfälle mit Unfallgegner igO ein vollkommen anderes, klares Bild: In 42.930 Fällen war der (meist motorisierte) Unfallgegner der Verursacher, bei 19.092 (also 30,8 %) Unfällen der Radfahrer.

Aus diesen Gründen ist die Fahrradsicherheit ein Schwerpunkt unserer Verkehrssicherheitsarbeit.

Diese umfasst viele Felder und lässt sich grob in die Verkehrsüberwachung (Enforcement), Gestaltung des Verkehrsraumes (Engineering), auf die Verkehrssicherheitsberatung (Education) und Öffentlichkeitsarbeit gliedern. Das Ziel der Verkehrssicherheitsarbeit ist dabei immer die Verkehrsunfallzahlen und die Folgen von Verkehrsunfällen zu reduzieren. Um die Sicherheit der Radfahrenden in unserem Präsidium zu erhöhen, werden bereits umfassende Maßnahmen in allen Bereichen der Verkehrssicherheitsarbeit getroffen.

Wenn Ihnen bekannt ist, dass in den überwiegenden Fällen Radfahrer bei Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern Opfer und nicht Verursacher sind, warum konzentriert sich nach meinen Beobachtungen die sogenannte „Verkehssicherheitsarbeit“ fast ausschließlich darauf, primär Radfahrer zu kontrollieren, zu schikanieren, ihnen „Helme“ und „Warnwesten“ aufzuschwatzen und stets zu fordern, Radfahrer hätten teils gemeingefährlich gestaltete „Radinfrastruktur“ zu benutzen, indem man sich dafür ausspricht, selbst die abenteuerlichsten Benutzungspflichten aufrecht zu erhalten?

Dass das Tragen eines Helmes schwere Kopfverletzungen verhindern oder mindern kann, wurde u.a. in einer Studie der UDV festgestellt (https://s.rlp.de/t3AgI) , auch die Hannelore-Kohl-Stiftung (https://s.rlp.de/1WlvY) hat dies in einer Studie festgestellt.

Auch eigene Erfahrungen und Tests tragen zu unserer Überzeugung bei, dass ein Fahrradhelm schwere Verletzungen bei Verkehrsunfällen verhindern kann.

Verzeihen Sie mir, aber die UdV ist eine u. a. von Kfz-Haftpflichtversicherern finanzierte Organisation, die ein finanzielles Eigeninteresse daran hat, Radfahrern die Schuld an erlittenen Verletzungen zuzuschustern (und war hierbei leider im Rahmen der Zivilgerichtsbarkeit auch schon „erfolgreich“) – und daher schon einmal grundsätzlich keine objektive Quelle. Darüber hinaus ist die Zahlenbasis der zitierten „Studie“ viel zu gering, um daraus irgendwelche Schlüsse zu ziehen, auf weitere Mängel will ich an dieser Stelle auch gar nicht groß eingehen.

Der Verweis auf die sich schon vor vielen Jahren blamiert habende, ebenfalls vollkommen jeglicher Objektivität unverdächtigen Hannelore-Kohl-Stiftung ist gelinde gesagt peinlich. Ich zitiere P. de Leuw:

Die Hannelore-Kohl-Stiftung für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystems legt in ihrem Geschäftsbericht 2004 die folgenden Zahlen vor (Seite 15):

Schwere Schädel-Hirn-Verletzungen wurden bei 26 % der Fälle als PKW-Insasse, zu 14 % in der Freizeit, zu 39 Prozent als Krankheitsfolge und nur zu 1 % als Fahrradfahrer oder Fußgänger erlitten.

Ansonsten verweise ich auf die weiteren Ausführungen von Peter de Leuw oder auch die Seite „Hardshell„. Warum lese ich in den Pressemeldungen der Polizei nie den Ratschlag, auch Autofahrer mögen bitte Helme tragen?

Die Aussagen, dass ein Fahrradhelm vermutlich aus Eitelkeit nicht angezogen wird, mag überspitzt dargestellt sein, lässt sich aber anhand einer repräsentativen Umfrage ( fahrradmonitor-2017-ergebnisse.pdf (bmvi.de) ) belegen.

Verzeihen Sie auch hier, aber irgendeine Umfrage legitimiert in keinster Weise, bei Unfällen, bei denen ein Radfahrer von einem dessen Vorfahrt missachtenden Autofahrer verletzt wurde, „Eitelkeit“ vorzuwerfen! In einer Pressemeldung hat die Polizei schlicht und ergreifend FAKTEN zu benennen. Und keine wertenden, vollkommen spekulativen Aussagen zu treffen. Dies tun Sie bei Unfällen mit ausschließlicher Kfz-Beteiligung nach meinen Beobachtungen ja schließlich auch nicht.

Wie ich bereits ausführte ist die Öffentlichkeitsarbeit nur ein kleiner Teil unserer Verkehrssicherheitsarbeit. Mit der Empfehlung einen Fahrradhelm zu tragen, können wir keine Verkehrsunfälle verhindern, vielleicht kann aber durch das Tragen eines Fahrradhelmes zumindest eine schwere Verletzung verhindert oder minimiert werden. In den Pressemeldungen wird lediglich die Empfehlung ausgesprochen einen Fahrradhelm zu tragen. Es liegt natürlich in der Eigenverantwortung jedes Radfahrenden, ob er dies tun möchte oder nicht.

Das ist so leider zu kurz gedacht. Die o. g. Rechtsprechung hat bereits mehrfach angekündigt, dass bei einer ausreichend hohen Helmtragequote zukünftig unbehelmten Radfahrern Nachteile beim Schadenersatz drohen werden. Von daher ist es abzulehnen, diese Quote durch unangebrachte Propaganda weiter in die Höhe zu treiben.

Darüber hinaus gilt nicht nur im Arbeitsschutz („STOP-Prinzip“), dass man sich in allererster Linie darauf konzentrieren sollte, zuallererst die Gefahrenquellen zu beseitigen. Es folgen – absteigend – technische und organisatorische Maßnahmen. Erst zu allerletzt widmet man sich der persönlichen Schutzausrüstung. Ich kann – nicht nur die Pressemeldungen diverser Polizeibehörden seit Jahren verfolgend – nirgends erkennen, dass die ersten drei Stufen überhaupt eine Rolle spielen.

Stattdessen taucht in gefühlt jeder zweiten Meldung der Begriff „Fahrradhelm“ auf. Während die eigentlichen Unfallursachen (bspw. rücksichtslose, verkehrsregelbrechende Autofahrer und gefährliche Radinfrastruktur) stets keinerlei Rolle spielen. Stattdessen wird das regelmäßige „Übersehen“ als unabwendbares Schicksal dargestellt!

Die Krönung sind dann regelmäßige Kontrolltage zum angeblichen Schutz von Radfahrern, bei denen dann in allererster Linie fehlende Reflektoren bemängelt werden – obwohl Beleuchtungsmängel nur 0,5 % aller Unfallursachen ausmachen. Während die Gefährdungen durch den Kfz-Verkehr (Abbiegen, Vorfahrt, Mindestabstände zur Seite oder nach hinten, Geschwindigkeit, Parken etc.) kaum eine Rolle spielen.

Daher noch einmal: In den beiden von mir bemängelten Pressemeldungen hat die Polizei spekuliert und die Opfer teils auch noch verhöhnt. Stellen Sie dies zukünftig bitte ein; andernfalls werde ich mich dann vielleicht auch noch beim Presserat oder der Landes-Medienanstalt beschweren.

Mit freundlichen Grüßen

Dennis Schneble


Die Kollegen bei de.rec.fahrrad hatten sich damals auch mit der (wohl schnell gegoogleten) zitierten UDV-Studie befasst. Dass man bei der Polizei weiterhin keinerlei Anlass sieht, an der Praxis in Form penetranter Fahrradhelm-Werbung und Victim-Blaming in ihren Presseberichten, als auch ihrer „Verkehrssicherheitsarbeit“ etwas zu ändern, hatte mir die Pressestelle des Präsidiums mit ihrer abschließenden, sehr kurzen Stellungnahme dann auch einmal mehr bestätigt. Aber so ist das halt in der Ära des Postfaktischen als auch der Postevidenz. Wenn Radfahrer von Autofahrern über den Haufen gefahren werden, tritt man weiter nach und wirft ihnen vor, dass sie sich eben nicht ausreichend „geschützt“ hätten.

Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass 100 % derjenigen, die an den „Fahrradhelm“ glauben, auch hellauf begeistert von den Maulkörben sind. Derselbe, vollkommen irrationale, mitlaufende, Gruppenzwängen nachgebende, nichts infrage stellende Menschenschlag, der sich nach einer einhundertprozentigen Sicherheit sehnt; dann auch sehr gerne als Versuchskarnickel im Rahmen eines gewaltigen Gentherapie-Experiments. Wenn die dafür notwendigen Angst- und Schuldgefühle erst einmal durch mediale PR geschaffen wurden, würden sich diese Leute auch einen Korken in ihren Arsch stecken oder nur noch auf allen Vi(e)ren kriechen.


Siehe auch

Fahrradhelme und der § 254 BGB

Coronoia: Radhelm und Impfung

Coronoia: Radelnde Versuchskarnickel


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7 Gedanken zu „Coronoia: St. Yropor trägt Maske“

  1. Es handelt sich um den Schutzheiligen vertrottelter und suizidal veranlagter Radfahrer, die sich permanent auf die Fresse legen: St. Yropor.

    Erstmal ein hihi für St. Yropor. 🙂
    Und dann sagst Du mit diesem Satz ja auch schon alles: man legt sich auf die Fresse. Aber man schlägt sich eben – in aller Regel – nicht den Schädel ein, wenn man mit dem Fahrrad stürzt.
    Ich habe mal in einer Forumsdiskussion zum Thema alle meine Stürze mit dem Rad aufgelistet. Sowie (geschätzt) meine im Leben gefahrenen Radkilometer. Die Kilometer sind deutlich mehr als der Durchschnittsradler so zusammenbekommt, und ich habe mir schon alle möglichen Körperteile aufgeschürft oder mit blauen Flecken versehen, aber der Kopf hat nie dazugehört, maximal das Gesicht. Und da hätte ein Fahrradhelm nur kontraproduktiv gewirkt.

    Daß so ein Teil im Ernstfall – also wenn man mit Karacho mit dem Schädel auf den Asphalt oder ein Auto oder gegen eine Mauer knallt – ohnehin nicht hilft: geschenkt. Darüber brauchen wir hier nicht diskutieren.

    In jedem Fall aber danke für Dein Engagement in der Sache. Ich hätte auch weder Lust auf Helmpflicht (die ich genauso boykottieren würde wie die Maskenpflicht) noch darauf, im Zweifelsfall meine Unfallkosten selber tragen zu müssen, auch wenn ich gar nicht schuld wäre. Und um das zu vermeiden, hilft jeder Protest.

    1. Die Kilometer sind deutlich mehr als der Durchschnittsradler so zusammenbekommt, und ich habe mir schon alle möglichen Körperteile aufgeschürft oder mit blauen Flecken versehen, aber der Kopf hat nie dazugehört, maximal das Gesicht. Und da hätte ein Fahrradhelm nur kontraproduktiv gewirkt.

      Ist bei mir genauso; NIE war auch nur annähernd der Kopf betroffen. Man muss schon ein ziemlicher Körperklaus sein (oder Clickpedale verwenden), um mit dem Kopf auf dem Boden aufzuschlagen. Hat vermutlich auch zunehmend damit zu tun, dass Kinder auch das nicht mehr „üben“, sondern nur noch vor der Verblödungstechnik sitzen.

      Ich befürchte, dass gerade der gegenwärtige Wahn auch Auswirkungen auf das Helmpflicht-Thema haben wird – man muss ja nun überhaupt nix mehr belegen; eine Behauptung, dass auch das Ding irgendwas nützen könnte, reicht ja. Wobei da immerhin – absurderweise – sogar teils relativ vernünftig argumentiert wurde. Also dass bspw. die Helmpflicht (ist für Neuseeland und Australien auch nachgewiesen) zu einer Verminderung des Radverkehrs führt, was sich negativ auf die Gesundheit insgesamt auswirkt und sogar zur Steigerung des Risikos des Einzelnen führt.

      1. Und vor allem: kann ich, bitte, alleine entscheiden, welchem Risiko ich mich aussetzen möchte?!
        Schlimm genug, daß es heutzutage nicht mehr im Ermessen der Eltern liegt, so etwas auch für ihre Kinder entscheiden zu dürfen. 🙁

        Vielleicht bin ich ja nur deswegen eine so passionierte Radfahrerin geworden, weil ich als kleines Mädchen bei meiner Mutter vorne am Lenker auf so einem Kindersitz mitgefahren bin. Die armen Kiddies heute müssen hinten auf den Gepäckträger, wo sie nix sehen oder sich dafür den Kopf verrenken müssen. Und ihre Helme schlagen immer an den Rücken der vor ihnen sitzenden Erwachsenen, zumindest habe ich immer diesen Eindruck.
        Oder sie sitzen gleich in diesen tiefergelegten Einkaufswagen. Naja, das ist dann auf Höhe der Abgase: wenn man schon nix sieht, soll man wenigstens gut atmen können…

        Wo, um alles in der Welt, ist nur die Freiheit mit ihrer Lust und ihrem Spaß am Leben geblieben?!

        1. Und vor allem: kann ich, bitte, alleine entscheiden, welchem Risiko ich mich aussetzen möchte?!

          Nein, darfst du nicht. Da wirkten die gleichen Mechanismen; selbst das gestehen dir die Radhelm-Nazis schon lange nicht mehr zu. In der Gruppe hieß es dann früher sogar, man würde – als Unbehelmter – andere gefährden, weil man „unsicherer“ fahren würde. Außerdem sei es doch so ein ekelerregender Anblick, wenn man sich den Schädel spalten und die armen Kollegen das Hirn von der Straße kratzen müssten. Im Grunde Propaganda und schwarze Pädagogik, also primär die Erzeugung von Ängsten und Schuldgefühlen. Wer Kindern von kleinauf erzählt, sie würden ohne das Ding sterben, der ist ein Sadist und betreibt auch eine gewisse Form von Kindesmisshandlung. Wenn der Gruppendruck einmal da ist, ist das Thema durch; dann wird auch nicht mehr hinterfragt. Und jeder als Ketzer ausgegrenzt, der eine andere Ansicht hat.

          Wo, um alles in der Welt, ist nur die Freiheit mit ihrer Lust und ihrem Spaß am Leben geblieben?!

          Naja, frei hab ich mich in dieser Kloake nie gefühlt. Nicht nur, weil ich im Wesentlichen das, was jetzt läuft, schon mit einer anderen angebeteten, vermeintlich lebensrettenden Monstranz durchmachen musste.

    2. Polizeibehördliche Trotzköpfe:

      St. Martin (ots). Gestern Morgen (18.05.32021, 08.30 Uhr) befuhr eine 46 Jahre alte Radfahrerin die Talstraße, als sie die Kontrolle über ihr Fahrrad verlor und hinstürzte. Dabei zog sie sich Schürfungen am Kopfbereich zu und wurde zur ärztlichen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht. Einen Helm trug sie nicht. Jedes Jahr ereignen sich mehrfach Fahrradunfälle. Allein im Bereich der Polizei Edenkoben waren im Jahr 2020 55 Radfahrer an einem Unfall beteiligt. Ein Teil dieser Unfälle führten zu Gesundheitsschäden – nicht zuletzt wegen Kopfverletzungen. Die Polizei rät daher nachdrücklich, immer einen Helm zu tragen. Ein Fahrradhelm schützt nicht nur vor Schädelfrakturen und Schnittverletzungen, sondern kann im Ernstfall auch Leben retten.

      Orwell in Reinklutur.

      Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten – wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten -, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit.

      George Orwell, „1984“.

  2. Ja, danke – ich sehe seit Jahren mit Grausen, wie ein unglaubliches Kontroll- und Sicherheitsdenken um sich greift. Inzwischen fällt es mir sogar auf, wenn Kinder hier ohne Helm rumlaufen! Das meine ich ernst, kein Witz! Immerhin gibt es hier im Wohnblock Kinder, die ohne Helm draußen rumtoben – eine Wohltat! Und wenn ich mal Kinder ohne Helm auf einem Fahrrad sehe, mache ich den sprichwörtlichen Strich im Kalender …

    Dass die allermeisten Menschen Kontrolle und Sicherheit als oberste Priorität haben, wirkt sich auch auf ihr Verhalten bei der »Pandemie« aus. Denn sie definieren sich offenbar über diese Kontrolle – etwa: »Ich habe die Dinge unter Kontrolle, also bin ich.« Dass da von dem, was ich unter Leben verstehe wenig übrig bleibt ist naheliegend. Doch die überwältigende Mehrheit will es so, und sie werden alles mitmachen, was ihr Gefühl von Kontrolle verstärkt.

    Ich habe es schon mal gesagt: Ich bin alleine durch meine andere Sicht, was Leben denn sei, ein Anachronismus, ja ein Gefährder. Inzwischen, schätze ich, fahren hier in Berlin etwa zwei Drittel der Leute mit Helm, Tendenz weiter zunehmend. Bald werde ich auffallen, wenn ich ohne fahre. Natürlich scheißegal – das tue ich sowieso schon.

    Ja, die Leute führen im Grunde selbst die Helmpflicht ein. Vielleicht hätten sie sogar die Corona-Maßnahmen flächendeckend selbst eingeführt, wenn die Regierung ihnen nicht zuvorgekommen wäre. Die hat damit quasi offene Türen eingerannt. Deshalb werden hier höchstwahrscheinlich auch die Maßnahmen weitergehen (oder gar verschärft werden), während woanders die Leute ohne Tests, Impfnachweise, Kontaktdatenhinterlegung, Abstand und Masken in Fußball-, Konzert- und Boxarenen jubeln und das Leben genießen.

    So ist hier in Berlin Singen im Freien (!!!) nur mit negativem Tagestest oder Impfnachweis, Abstand, Masken, kompletter Kontaktdatenerfassung und Aufstellungsplan(!!) erlaubt. Ohne mich! Doch noch mal zurück zu den Fahrradhelmen: Auch ich kenne die Diskussion zu Genüge. Mir kam da in einer auf einmal der Satz: Ohne Helm fahre ich anders und falle ich anders. Und ja, auch ich stürze hin und wieder, doch habe mir bislang nur eher harmlose Verletzungen zugezogen.

    Wenn ich nur die Gefahr sähe, würde ich immer ängstlicher. Und natürlich fahren in Ländern mit gesetzlicher Helmpflicht weniger Leute Rad. Ergo weniger Verletzte – das Vorsorgeparadoxon. Und genau – dafür sterben die Leute dann aus anderen Gründen, weil sie sich weniger bewegen. Seien wir also ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich (Erich Kästner).

    1. Gestern hatte ich nach längerer Zeit mal wieder einen Abstecher zum Rotenstein gemacht; ein Aussichtsfelsen in der Nähe von Hinterweidenthal. Nachdem ich ein paar Minuten die Sonne und Stille genoss, traf eine Vierergruppe mit einem Bollerwagen ein, die dort den Vatertag nachholte. Sie waren so Ende 20, Anfang 30. Mit zweien unterhielt ich mich; leider lenkten auch sie das Thema sehr schnell in Richtung „Helm“; auch sie hielten den für notwendig. Der Sohn des Einen (30) würde immer mit dem Finger auf unbehelmte Radfahrer zeigen; der kann sich das schon gar nicht mehr vorstellen, dass das Ohne überhaupt geht, ohne sofort zu sterben. Natürlich drang ich mit meinen Argumenten nicht wirklich durch.

      Der Witz am „Sicherheitsbedürftnis“ ist ja, dass nach rund 30 Jahren Abbau des Sozialstaats, den die allermeisten ohne jeden Widerstand hingenommen haben, auch hier billige Surrogate künstlich durch PR geschaffen und am Leben gehalten werden. Der „Fahrradhelm“ ist das beste Beispiel dafür. Die allermeisten äffen einfach nach. In den Niederlanden trägt bspw. niemand diese lächerlichen Hüte. Dabei ist die Datenlage eindeutig; wer meint, er müsse auf dem Rad einen tragen, der müsste auch konsequent sein und ihn immer aufsetzen.

      Dazu passt auch die – in Sachen Corona bis zum Exzess getriebene – damit einhergehende Kontrollillusion. Für alles, was ich glaube, unter Kontrolle zu haben, gibt es eine Unzahl von unbewussten Handlungen, die ich in der Summe meist negativ kompensiere. Wie eben die Leute, die meinen, sie seien jetzt unsterblich, nur, weil sie so eine Styroporschüssel auf der Rübe tragen. Viele geben meist offen zu, dass sie ohne Helm gar nicht oder wesentlich vorsichtiger fahren würden. Aber leugnen andererseits, dass er einen (negativen) Einfluss auf ihren Fahrstil hätte.

      Bei den MTBern ist das sogar völlig absurd, die posten in Foren ständig die Röntgenaufnahmen ihrer schweren Arm-, Bein-, Rippenbrüche sowie Fotos tiefer Fleischwunden. Voller Stolz, bejohlt von den anderen. Aber wehe, du postest dort ein Foto von einem Biker ohne „Helm“ – da sind die Zeugen Coronas fast schon harmlos gegen.

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