Tempo-50-Zone?

Das Schöne am Straßenverkehrsrecht ist, dass man beim genaueren Hinsehen immer wieder neue Dinge entdeckt, die man kritisch hinterfragen kann. So bin ich im Bereich der Gewerbegebiete am Zweibrücker Flughafen schon unzählige Male ohne mir groß Gedanken zu machen an Verkehrszeichen vorbeigefahren, die es gemäß der derzeit gültigen StVO aber so gar nicht gibt – und wohl auch nie gab. An der Kreiselausfahrt am Prager Ring (Richtung Outlet, Beitragsbild) gibt es beispielsweise so eins. An der Ausfahrt zur Pariser Straße hingegen aber nicht. „Tempo-50-Zone?“ weiterlesen

Zeichen 250 vor Waldwegen

Okay, ganz so schlimm wie im Beitragsbild isses ja nicht mehr. Das Schild ist auf jeden Fall unbeachtlich. ;o)

Vor einer Weile hatte ich mich ja schon einmal mit dem Thema HBR-Wege befasst, die quasi ausnahmslos auf per Verbot für Fahrzeuge aller Art (Zeichen 250, Anlage 2 zur StVO, lfd. Nr. 28) auch für Radfahrer gesperrten Forst-und Wirtschaftswegen verlaufen. Wo andernorts ein Verbot für Fahrzeuge aller Art an einem ausgeschilderten Radwanderweg gar etwas ganz Besonderes ist, zuckt ein pfälzischer Radler nur mit der Schulter und fragt, was da denn jetzt das Problem sei…!? „Zeichen 250 vor Waldwegen“ weiterlesen

Fahrbahnampeln an Radwegen

Im Beitrag zur Dokumentation des schmalen Wegelchens zwischen Thaleischweiler und der Biebermühle hatte ich ja auch kurz die „Lichtzeichenanlage“ an der Einmündung der L 477 in die B 270 angesprochen. Der Rechtsabbiegestreifen (Richtung Rodalben und Pirmasens) hat hier sein eigenes Lichtsignal. Inzwischen beschäftigt sich nach Auskunft der Verbandsgemeinde Rodalben auch das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium mit der Frage, die ich am 21. Mai 2018 der Straßenverkehrsbehörde des Kreises Südwestpfalz gestellt hatte. Meine vorherige Anfrage an die Polizeiinspektion Waldfischbach-Burgalben blieb leider unbeantwortet. Ich bin mir nämlich immer nicht so wirklich sicher, ob ich dort auf dem Gemeinsamer Geh- und Radweg-Weg eigentlich auch bei Rechtsabbieger-Rot nach rechts um die Ecke fahren darf…? „Fahrbahnampeln an Radwegen“ weiterlesen

Ortstafeln und Radwegbenutzungspflichten

Die Änderung der StVO im November 2016 brachte nebenbei eine bislang kaum gesehene und ungeklärte Frage mit sich: Wie bedeutend ist der genaue Standort des Verkehrszeichens, um weiterhin Wege außerorts rechtmäßig mit RadwegGemeinsamer Geh- und Radweg oder Getrennter Geh- und Radweg beschildern (und somit mit einer Benutzungspflicht versehen) zu können?

Vor der Novelle machte die StVO (die Rechtmäßigkeit betreffend) keinen Unterschied, ob eine Radverkehrsanlage igO (innerhalb einer geschlossenen Ortschaft) oder agO (außerhalb) lag. Es galten allgemein die im BGH-Urteil vom November 2010 noch einmal klargestellten Grundsätze, dass die Fahrbahnnutzung für Radfahrer die Regel darstellt und nur beim Vorliegen einer „besonderen Gefahrenlage“ eine Benutzungspflicht einer Radverkehrsanlage angeordnet werden durfte. „Ortstafeln und Radwegbenutzungspflichten“ weiterlesen

Exotische Verkehrszeichen (Teil 2)

Im riesigen Pfälzerwald steht an vielen Stellen die Zeit scheinbar still. So auch entlang der Landstraße 478 zwischen Fischbach und Eppenbrunn. Am Eingang zweier Waldwege stehen jeweils recht interessante Schilder (also in irgendeiner Weise Verkehrszeichen). Das erste (siehe Beitragsbild) findet man zwischen der Abzweigung der L 487 und dem Schöntalweiher. „Exotische Verkehrszeichen (Teil 2)“ weiterlesen

Radwege an Bundesstraßen

Ich hatte das städtische Tiefbauamt auf die kürzlich hier dokumentierten Verschmutzungen auf dem parallel zur B 10 verlaufenden Rad- und Forstwirtschaftsweg hingewiesen. Man antwortete mir, dass das Forstamt Westrich zuständig wäre. Na toll, jetzt darf ich also schon wieder Zuständigkeiten überprüfen? 🙄

Wobei ich die Zuständigkeitsfrage ja schon einmal in einem der ersten Blogbeiträge zum Radweg zwischen Hinterweidenthal und Hauenstein angerissen hatte. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass die Stadt Pirmasens (derzeit) wirklich nicht für den Abschnitt Pirmasens – Münchweiler (bis zur Stadtgrenze) zuständig ist. „Radwege an Bundesstraßen“ weiterlesen

Blaue Scheinverwaltungsakte

Nachdem ich mich hier bereits um die von der Straßenverkehrsbehörde der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land bestrittene Zuständigkeit für die beiden überflüssigen Zeichen 240 StVO in der Eppenbrunner Weiherstraße gekümmert habe, möchte ich einer weiteren, sehr interessanten Erkenntnis aus der Kommunikation mit dem Sachbereichsleiter einen eigenen Beitrag widmen. „Blaue Scheinverwaltungsakte“ weiterlesen

Innerorts oder Außerorts?

Ich hatte ja grade erst die „gewachsene“ Baustellenbeschilderung in der Weiherstraße in Eppenbrunn thematisiert. Schon am 10. Juli 2017 wurde die Kreisverwaltung Südwestpfalz von mir darauf hingewiesen, dass die Benutzungspflicht per Zeichen 240 StVO (dazu noch in beide Richtungen) hier meiner Ansicht nach nicht gerechtfertigt ist und bat um Überprüfung. Am 25. Juli teilte mir die Sachbearbeiterin mit, dass man das Anliegen zuständigkeitshalber an die Verbandsgemeinde Pirmasens-Land weitergeleitet hätte. Grund ist die Lage des Sonderweges innerhalb der geschlossenen Ortschaft von Eppenbrunn. „Innerorts oder Außerorts?“ weiterlesen

Grauzonenbiking

Mountainbikes erfreuen sich schon seit mindestens 2 Jahrzehnten allgemein großer Beliebtheit. Die Hersteller bedienen dabei die unterschiedlichsten Einsatzgebiete; als da wären bspw. Downhill, Freeride, All-Mountain, Cross-Country, Enduro und so weiter. Sie geben einem Radfahrer die Freiheit, auch Wege zu befahren, die man mit klassischen Fahrrädern nicht mehr oder nicht sicher bewältigen kann. Leider kann man ein Mountainbike in Deutschland nur in den seltensten Fällen völlig legal nutzen. Das Beitragsbild zeigt einen Sommermorgen auf dem Orensfelsen. Natürlich habe ich mein Fahrrad dort hinauf ausschließlich nur geschoben! ;o) „Grauzonenbiking“ weiterlesen

Quadratisch, praktisch, gut?

Am vergangenen Mittwoch führte mich meine Tour mit dem Rennrad nach längerer Zeit mal wieder nach Saargemünd bzw. Sarreguemines. Direkt hinter der Grenze am Rande des Örtchens Frauenberg gibt es einen Verkehrskreisel, in welchem die D 82 (dem Bliestal folgend) und die D 974 zusammentreffen. Es gibt dort auch eine gesonderte Radverkehrsführung um den Kreisel herum (warum auch immer). Interessant sind die auch an anderen Stellen im „Großen Osten“ zu findenden Verkehrszeichen, die in Deutschland aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen aber einfach nicht eingeführt werden sollen. Und zwar die quadratische blaue Variante mit Fahrrad. Jene Zeichen bewirken ein reines Angebot, der Radfahrer kann wählen, welchen Weg er nimmt. Gleichzeitig bewirken Sie trotzdem ein Benutzungsverbot für andere Verkehrsarten.

In Deutschland könnte man diese reine Angebots-Radverkehrsführung gegenwärtig nicht einmal beschildern, man müsste mit Einfärbungen und Piktogrammen auf dem Boden arbeiten, um daraus irgendwie einen „anderen Radweg“ zu machen.

Stattdessen ist in Deutschland bekanntermaßen die Kombination Zeichen 239 StVO  stark verbreitet – aber dies eben auch nur zum Preis der Geschwindigkeitsreduzierung auf Schritttempo. Selbst bei von Fußgängern so gut wie gar nicht frequentierten Außerort-Gehwegen. 🙄 Es fehlt weiterhin an einem Verkehrszeichen, welches einen Radweg ohne Benutzungspflicht eindeutig kennzeichnet. Ich vermute aber, dass man das vom Bundesverkehrsministerium her nicht ohne Grund vermeidet – denn man kann damit die unterschiedlichen Radfahrergruppen ein wenig gegeneinander ausspielen. So wurde mir z. B. hier damals von einem ADFC-Tourenleiter der Vorwurf gemacht, ich sei nun mit meinen Einwänden dafür verantwortlich, dass an für Gegenverkehr zu schmalen Geh- und Radwegen (an anderen Stellen) dort ja nun nur noch mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden dürfe… 🙄

Nö, dafür bin nun wahrlich nicht ich verantwortlich. Zumal mir auch die Freigabe „freiwilligen“ linksseitigen Gegenverkehrs auf kaum 2 Meter breiten Zeichen 240 StVO-Geh-Radwegelchen ein Dorn im Auge ist!