Coronoia: – 306 Kommentare

Im Nachhinein fasse ich es als Auszeichnung auf, niemals so wirklich der teils totalitären bis reaktionären „Radverkehrsbubble“ angehört zu haben. Immer, auch in diesem Bereich mein eigenes Ding gemacht zu haben. Mich gerade auch hier nicht verbogen zu haben – und bspw. im Sinne fauler Kompromisse Schrottradwege zumindest für genau die Gruppen zu akzeptieren, die auf diesen immer wieder totgefahren werden. Meinen radikalen Schwenk zur beißenden Gesellschaftskritik im Zuge des Corona-Putsches haben mir die wenigen, die mich bis dato zumindest per Beteiligung durch Kommentare unterstützt hatten, ja nicht verziehen. Auch nicht ein Kommentator, der mich nun die Tage bat, seine „personenbezogenen Daten“ in meinem Blog zu löschen. Aus den naheliegenden Gründen. „Coronoia: – 306 Kommentare“ weiterlesen

Coronoia: Freiheits-Schmarotzer

Heute ging es mit dem Rennrad raus an die Weinstraße, um mich dort mit einem hier gelegentlich Kommentierenden zu treffen. In den letzten Tagen sah ich leider wieder ziemlich viele Maskenzombies; vor allem jene, die in Rudeln an Bushaltestellen, vor Banken oder Apotheken herumstanden. Aber es begegnet mir eben auch immer wieder „alte Normalität“: Spielende Kinder und Eltern auf einem Spielplatz, eine größere Gruppe Rennradfahrer (bestimmt 30 Leute), hier und da auch größere und kleinere Gruppen Jugendlicher. Auch ganz „rebellisch“ waren die mit mehreren Autos angereisten jungen Erwachsenen, die ich hier am Rande der Stadt auch in den vergangenen Jahren immer wieder mal gegen Abend gesehen habe. Auch heute saßen sie in geselliger Runde von ca. 10 Leuten auf ihren mitgebrachten Klappstühlchen und genossen den milden Februarabend. Schön. Andererseits: Sehr viele „Corona-Leugner“ riskieren seit Wochen und Monaten ihre gesamte Existenz, damit ihr das irgendwann mal wieder „legal“ machen dürft. „Coronoia: Freiheits-Schmarotzer“ weiterlesen

Coronoia: Fels der Freiheit

Nachdem sich das monatelange Scheißwetter in der Pfalz endlich beruhigt hat, konnte ich in den letzten drei Tagen meine tägliche Runde tatsächlich mal wieder mit dem Rennrad absolvieren. Vorgestern, gegen Ende meiner Tour durch den Pfälzerwald, sah ich oberhalb eines Dorfes auf einem Aussichtsfelsen eine Gruppe von ca. 5 bis 7 Jugendlichen, die die Gemeinschaft und die Abendsonne genossen. Früher hätte ich mir darüber keine Gedanken gemacht. Aber heute, in diesen absolut unmenschlichen Zeiten, freut einen sowas; selbst als Eremit. Dass es auch noch junge Leute gibt, die „rebellisch“ sind; die Wege finden, um sich zu treffen. Auch wenn sie vielleicht nicht den Mumm haben, öffentlich dafür einzustehen und zu kämpfen, damit sie das eben nicht mehr heimlich tun müssen. Übrigens ein Grund mehr, warum das Leben auf dem Land m. E. viel humaner ist, als in einer großstädtischen Legebatterie. „Coronoia: Fels der Freiheit“ weiterlesen

Coronoia: Murmeltiertag 39.0

Ich würde mich hier, in meiner kleinen, virtuellen Eremiten-Höhle, ja auch unheimlich gerne auf so eine derart grandios-nihilistische Art und Weise wie der Pestarzt über Alltägliches auskotzen. Im Strahl. Gelingt mir eher selten. Mein total langweiliges Leben zwingt mich auch nicht dazu, mich, als assimilierte Schlips-Drohne verkleidet habender Punk in einem Borgwürfel arbeitend, über all die Widrigkeiten zu beklagen, die so ein 9-to-5-Bullshitjob halt zwangsläufig mit sich bringt. Außerdem lebe ich auch nicht in so einem fancy, von Fahrrad-Nazis und schwäbischen Latte-Macchiato-Helikoptermüttern mit Doppelnamen okkupierten, hochpolitischen Berliner Stadtteil wie Prenzlberg, sondern in einem ruinösen Städtchen in der Hinterpfalz, wo man die Menschen heute, circa 30 Jahre nach dem Zusammenbruch der Schuhindustrie immer noch „Schlabbeflicker“ nennt. Mit Diversifizierung haben wir es hier, in der konservativen Pfalz, auch nie so wirklich gehabt. „Coronoia: Murmeltiertag 39.0“ weiterlesen

Coronoia: Vernunft

Einer der vielen Begriffe, welcher seit Monaten im orwell’schen Sinne regelrecht gegangbangt wird, ist jener der Vernunft. Was in diesen Zeiten nicht alles vernünftig ist? Zuhausesitzen – gar superheldenhaft. Lohnarbeiten. Schlafen. Sich „testen“ und „impfen“ (gentherapieren) lassen. Und das war es dann eigentlich schon. Vollkommen unvernünftig ist es, zusammen zu wandern. So, wie die sechs Personen umfassende, sicher nicht aus dem selben Hausstand stammende Gruppe, die mir am Sonntag auf einem Waldweg entgegenkam. Auch nicht demselben Hausstand entstammten die drei Mountainbiker, die ich auf einem Parkplatz ihre Räder aus ihren Autos laden sah. Und auch die anderen vier Mountainbiker, die mir, mich grüßend, in einem Dorf entgegenradelten, waren sicher keine Bewohner einer WG, die in Etagenbetten schlafen. Mein Bild wird draußen eigentlich immer wieder bestätigt: In der Natur treffe ich fast nur auf „Widerständler“. „Coronoia: Vernunft“ weiterlesen

Jahreskilometer-Bilanz 2020

Ich bin – auch was meine gefahrenen Jahreskilometer betrifft – weiterhin auf dem absteigenden Ast. Einen wesentlichen Anteil daran hat auch der verfluchte Corona-Wahnsinn, dem ich nicht einmal auf dem Rad sitzend entfliehen kann. Bis Mai hatte ich noch Hoffnung, dass dieser Mist in nicht allzu ferner Zukunft enden würde. Die ab Ende April verhängte Maulkorbpflicht führte dann auch dazu, dass meine längste Tour des Jahres (mit nur 124 km) eben in diesem Frühlingsmonat gefahren wurde. Denn gerade auf den längeren Touren hatte ich mich unterwegs immer an Supermärkten mit Knabbereien und Getränken versorgt – diese Möglichkeit fiel dann aber bekanntlich leider weg. Meine zeitweiligen Besorgungsfahrten nach Frankreich waren ja leider auch nur von kurzer Dauer. „Jahreskilometer-Bilanz 2020“ weiterlesen

Coronoia: Schwatz am Supermarkt

Auf meiner Runde gestern blickte ich am Ortseingang von Hornbach kurz in Richtung des Supermarktes; in erster Linie, um abzuchecken, ob ich dort tatsächlich das erste Mal jemanden ohne Maulwindel rein- oder rausgehen sähe. Hierbei fiel mein Blick auf einen Mann und eine Frau, welche sich im Außenbereich notgedrungen auf die zusammengestapelten Stühle gesetzt hatten; Gastronomie ist ja seit Anfang November wieder mal verboten. Es handelte sich dabei um ein Radfahrer-Ehepaar aus dem Saarland, welches ich vor allem im Felsalbtal zwischen Hornbach und Walshausen immer wieder mal treffe; zuletzt erst vor ein paar Wochen. Wo wir bisher über meinen vergeblichen radverkehrspolitischen Kampf schwätzten, lenkte ich das Gespräch dieses Mal rasch auf Corona. „Coronoia: Schwatz am Supermarkt“ weiterlesen

Die Grünbrücke in der Walmersbach

Als ich um 2000 herum mit dem Rennradfahren begann, durfte man die B 10 mit dem Rad auf mehreren Abschnitten noch benutzen; das galt auch für die Strecke über die Walmersbach-Kuppe. Diese ist der erste nennenswerte Anstieg aus dem Queich- und Salzbachtal heraus in Richtung Pirmasens (A 8). Während meines „Studiums“ zwischen 2008 und 2011 waren ich und meine Fahrgemeinschaftskollegen täglich auf der B 10 unterwegs; zu dieser Zeit wurde gerade der Abschnitt in der Walmersbach von drei auf vier Fahrstreifen erweitert und die B 10 in eine Kraftfahrstraße umgewandelt. Als Zugeständnis für die teils massiven Eingriffe in die Natur wurde dort eine Grünbrücke gebaut, die im Jahr 2019 auch das erste Mal von einem Luchs benutzt wurde. „Glücklicherweise“ musste dem Kfz-Verkehr während der Bauzeit eine Behelfsstraße angeboten werden, welche nach dem Ausbau zur K 92 herabgestuft wurde. Sie ist für Radfahrer die einzige wintersichere Alternative zur B 10 im Pfälzerwald.

Coronoia: Suizid

In den Untiefen der vor geraumer Zeit eingestellten Reihe aus dem Alltag eines Viel-Radfahrers, verbirgt sich ein sehr kurzer, dezenter, einer gerade nicht-alltäglichen Situation wohl angemessener, nicht effekthascherischer Bericht über einen Mann, der sich exakt heute vor zwei Jahren von der teils bis zu 80 Meter hohen Blümelsbachtalbrücke gestürzt hatte. Ich möchte hiermit an diesen mir unbekannten Mann erinnern; insbesondere angesichts der Tatsache, dass „die Guten“ seit Monaten derartige Lockdown-„Kollateralschäden“ eiskalt leugnen – oder eben jene Leben für wesentlich weniger wert, als die Leben von Über-Achtzigjährigen halten, die nach einem langen Leben mit schweren Vorerkrankungen und einem positiven (nicht zur Feststellung einer Infektion geeigneten) PCR-Test versterben. „Coronoia: Suizid“ weiterlesen

Anschlussstelle Hinterweidenthal

Heute habe ich mich nach ewigen Zeiten mal wieder dazu aufgerafft, meine EOS 550D und mein kleines Stativ mitzunehmen, um wie zu meiner fotografischen „Hochphase“ um 2015 herum, die abendliche blaue Stunde zu nutzen, in welche ich aufgrund der kurzen Tageslänge im Winter regelmäßig hineinfahre. Auch, um mich ein wenig von der ganzen Corona-Scheiße abzulenken. Eines meiner Lieblings-Genres sind Langzeitbelichtungen von Straßen. So sehr mich die weiterhin skandalöse Situation des Radverkehrs entlang der B 10 nervt und so kritisch ich auch die teils enormen landschaftlichen Eingriffe in die Natur des Pfälzerwaldes aufgrund des vierspurigen Ausbaus dieser Bundesstraße sehe, stand die neue Hinterweidenthaler Anschlussstelle mit ihrem immer noch nicht gerodeten blauen Schilderwald schon seit deren Verkehrsfreigabe auf meiner Liste. „Anschlussstelle Hinterweidenthal“ weiterlesen