Schilderwachstum in Eppenbrunn

Am Karfreitag (30. März) kamen mir auf meiner Tour in Eppenbrunn ein paar temporäre Verkehrszeichen im wahrsten Sinne des Wortes in die Quere. Dort gibt es in der Weiherstraße (noch) einen vollkommen überflüssigen, innerhalb der geschlossenen Ortschaft liegenden, in beide Richtungen mit Zeichen 240 StVO beschilderten Geh- und Radweg auf Hochbord. Vor den lebensgefährlichen Schrecken der Fahrbahn wird man jedenfalls nur auf circa 350 Metern bewahrt; dann muss man sich wieder todesmutig und völlig ungeschützt auf die Landstraßen des Pfälzerwaldes begeben. 😉 „Schilderwachstum in Eppenbrunn“ weiterlesen

Was will uns der Künstler damit sagen?

Die Kreisverwaltung Südliche Weinstraße hatte ja im vergangenen Dezember beschlossen, die Benutzungspflicht der straßenbegleitenden Geh-Radwege entlang der L 494 zwischen Völkersweiler und Gossersweiler-Stein aufzuheben. Ich war schon länger nicht mehr dort unterwegs. Einer der hier regelm. Kommentierenden hatte aber zuletzt die Gelegenheit, auf seiner Tour schnell drei Fotos zu machen. „Was will uns der Künstler damit sagen?“ weiterlesen

Exotische Verkehrszeichen (1)

Wer viel unterwegs ist, wird an manchen Stellen auch immer wieder mal mit ziemlich exotischen oder auch sehr, sehr alten Verkehrszeichen konfrontiert. 😉 So auch in der Zufahrt zu den Sporthallen der Integrierten Gesamtschule in Thaleischweiler-Fröschen. Dort findet sich das im Beitragsbild abgebildete, „modifizierte“ Verkehrszeichen 209!

Gem. Anlage 2 zur StVO, lfd. Nr. 5, muss man hier also nach Rechts zu der Parkplatz-Schleife abbiegen (die auf der OSM-Karte nicht eingezeichnet ist; auch bei google Maps verschwindet sie unter den „Schattenspendern“). Was das kleine, dem Zeichen 331.1 (Anlage 3, lfd. Nr. 18) entlehnte Piktogramm aber nun bedeuten soll – darüber kann man (grade als Radfahrer) nur spekulieren!

  1. Möglichkeit: Das Rechts ist eine Art „Kraftfahrstraße“, in die ich als Radfahrer ja grundsätzlich nicht einfahren darf. :mrgreen: Wegen des Z 209 dürfte ich aber auch nicht geradeaus fahren – also: Endstation?
  2. Möglichkeit: Man wollte Radfahrern ermöglichen, einfach direkt geradeaus zu den Sporthallen zu fahren. Das Kfz-Symbol soll also nur verdeutlichen, dass das Rechtsabbiege-Gebot nur für Kfz gilt. Dann hätte man aber das  verwenden müssen. 🙄

Im Ergebnis ist dieses „individuelle“ Verkehrszeichen meiner Ansicht nach insgesamt nichtig (und somit unwirksam), da es nicht dem amtlichen StVO-Verkehrszeichenkatalog entspricht. Somit hat man genau das bewirkt, was man nicht erreichen wollte: Einen rechtlich unklaren Zustand!

Als Nachtrag noch ein „Beweisfoto“ vom 29. März! 😉

Eigenkreation

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Noch ein neues Zusatzzeichen

Erst vor Kurzem fiel mir auf, dass am Beginn der Wartbachstraße, die zum berüchtigten B-10-Radweg führt, auf der linken Seite ein nur für Anlieger freigegebenes Zeichen 250 StVO steht. Jenes kann man z. B. auch auf einer mapillary-Aufnahme (grade so) erkennen. Der parkende LKW verdeckt auf dem Foto das Pendant mit dem Zusatzzeichen 1020-12 auf der rechten Seite, welches auch Radfahrern die Einfahrt gestattet. Da diese Beschilderung widersprüchlich war, hab ich vor einer Weile die Verbandsgemeinde Hauenstein darauf hingewiesen. Als ich zuletzt dort vorbeifuhr, war dann auch das linke der beiden Schilder ausgetauscht. Schön!

Mein anschließender Hinweis bezog sich dann darauf, dass auch entlang der Umleitung des touristischen HBR-Verkehrs über die Straße „Im Handschuhteich“ Richtung Shell-Tankstelle (inkl. „Radfahrer absteigen!“) ebenfalls keine Freigabe für Radfahrer vorliegt. Mal gespannt, ob und wann auch dort der Radverkehr offiziell per Zusatzzeichen freigegeben wird!

Allgemein geht man meines Erachtens von Seiten der Straßenverkehrsbehörden doch sehr leichtfertig mit dem Zeichen 250 StVO um – denn ob eine Sperrung auch des Radverkehrs überhaupt nötig und rechtmäßig ist, wird offenkundig so gut wie nie geprüft, wenn z. B. Anlieger- oder eben auch zahlreiche Forstwege hauptsächlich für den lauten, schmutzigen und die Fahrbahnen verschleißenden Verkehr gesperrt werden sollen. Im Saarland hingegen fällt mir bspw. oft auf, dass an vielen Forst- und Landwirtschaftswegen deutlich häufiger das Zeichen 260 StVO Verwendung findet.

Natürlich wird grade das Zeichen 250 StVO von Radfahrern in der Praxis ständig ignoriert; schließlich weisen ja auch sehr viele HBR-Schilder auf solche Wege. Die rechtliche Unsicherheit müsste halt trotzdem nicht sein…! 🙄

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Freies Abbiegen an der Streckbrücke

Eins der Themen des Gesprächs mit dem Leiter des Pirmasenser Straßenverkehrsamt am 7. Februar war die unklare und widersprüchliche Situation an der Abzweigung von der Streckbrücke in den „Seitenarm“ der Arnulfstraße. Jene Ecke durchlebte die Beschilderung betreffend grade in letzter Zeit einen stetigen Wandel. Da eine HBR-Route den touristischen Verkehr in Richtung des „Panorama Pirmasens“ um den Imserbühl führt, ist das Einfahrverbot vor einiger Zeit von Zeichen 267 StVO zu Zeichen 250 StVO  abgeändert worden.

Allerdings steht am Ende der Streckbrücke in südwestlicher Fahrtrichtung ein Zeichen 239-30 StVO – und jenes Verkehrszeichen verbietet natürlich auch Radfahrern das Abbiegen nach Rechts!

Da ich Hoffnungen hatte, auch mit der örtlichen Polizei einen konstruktiven Dialog in Sachen Beschilderung und Radverkehrsführung im Stadtgebiet aufzunehmen, fragte ich dort einfach mal per e-mail an, ob ich dort denn nun als Radfahrer eigentlich rechts abbiegen dürfe – oder nicht. Leider wollte man mir keine Antwort geben, sondern verwies mich beharrlich ans Straßenverkehrsamt. Offenbar bekommt man also von der Polizei erst dann eine Auskunft, ob man eine Ordnungswidrigkeit begeht, wenn man jene in der Tat so ausführt; ohne Selbstanzeige scheint da nix zu gehen. 🙁

Jedenfalls wurde schon vor etwa 2 Wochen unterhalb des die Fahrtrichtung Geradeaus vorschreibenden Verkehrszeichens ein  angebracht! Das bedeutet unter anderem, dass man von der Polizei nun kein Knöllchen mehr befürchten muss. Und vor allem: bei einem möglichen Unfall beim Einbiegen mit einem dort ausfahrenden PKW hat die Haftpflichtversicherung des Fahrers nun keine Möglichkeit, auf das vermeintliche Abbiegeverbot hinzuweisen – um so dem Radfahrer eine Teilschuld aufzubürden.

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Quadratisch, praktisch, gut?

Am vergangenen Mittwoch führte mich meine Tour mit dem Rennrad nach längerer Zeit mal wieder nach Saargemünd bzw. Sarreguemines. Direkt hinter der Grenze am Rande des Örtchens Frauenberg gibt es einen Verkehrskreisel, in welchem die D 82 (dem Bliestal folgend) und die D 974 zusammentreffen. Es gibt dort auch eine gesonderte Radverkehrsführung um den Kreisel herum (warum auch immer). Interessant sind die auch an anderen Stellen im „Großen Osten“ zu findenden Verkehrszeichen, die in Deutschland aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen aber einfach nicht eingeführt werden sollen. Und zwar die quadratische blaue Variante mit Fahrrad. Jene Zeichen bewirken ein reines Angebot, der Radfahrer kann wählen, welchen Weg er nimmt. Gleichzeitig bewirken Sie trotzdem ein Benutzungsverbot für andere Verkehrsarten.

In Deutschland könnte man diese reine Angebots-Radverkehrsführung gegenwärtig nicht einmal beschildern, man müsste mit Einfärbungen und Piktogrammen auf dem Boden arbeiten, um daraus irgendwie einen „anderen Radweg“ zu machen.

Stattdessen ist in Deutschland bekanntermaßen die Kombination Zeichen 239 StVO  stark verbreitet – aber dies eben auch nur zum Preis der Geschwindigkeitsreduzierung auf Schritttempo. Selbst bei von Fußgängern so gut wie gar nicht frequentierten Außerort-Gehwegen. 🙄 Es fehlt weiterhin an einem Verkehrszeichen, welches einen Radweg ohne Benutzungspflicht eindeutig kennzeichnet. Ich vermute aber, dass man das vom Bundesverkehrsministerium her nicht ohne Grund vermeidet – denn man kann damit die unterschiedlichen Radfahrergruppen ein wenig gegeneinander ausspielen. So wurde mir z. B. hier damals von einem ADFC-Tourenleiter der Vorwurf gemacht, ich sei nun mit meinen Einwänden dafür verantwortlich, dass an für Gegenverkehr zu schmalen Geh- und Radwegen (an anderen Stellen) dort ja nun nur noch mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden dürfe… 🙄

Nö, dafür bin nun wahrlich nicht ich verantwortlich. Zumal mir auch die Freigabe „freiwilligen“ linksseitigen Gegenverkehrs auf kaum 2 Meter breiten Zeichen 240 StVO-Geh-Radwegelchen ein Dorn im Auge ist!

Das ignorierte Zusatzzeichen 1000-31

Ich bin ja nun wahrlich kein Freund der Zeichen 237 Zeichen 237 StVO, 240 Zeichen 240 StVO und 241 Zeichen 241 StVO StVO. Nebenbei stört mich, dass wenn man mich schon in Fahrtrichtung auf einen solchen Weg zwingt, ich nicht weiß, ob mir auf diesem auch aus der Gegenrichtung Radfahrer (legal) entgegenkommen können, weil die Benutzungspflicht gegenläufig angeordnet oder per Zeichen 239 StVO freigegeben ist!

In der Homburger Straße in Zweibrücken ist es mir nämlich mal auf dem mit Zeichen 241 StVO beschilderten Weg passiert, dass ich über einen vermeintlichen Geisterradler demonstrativ bei der Vorbeifahrt mit dem Kopf geschüttelt hatte – mir dann aber erst an der nächsten Abzweigung beim Blick über die Schulter auffiel, dass der Kollege da nur die (für mich vollkommen unverständliche) Anordnung befolgte!

Für solche Fälle sieht § 39 (3) StVO das Zusatzzeichen 1000-31 vor; es informiert den das Rechtsfahrgebot beachtenden Radfahrer (als auch den Fußgänger), dass ihm dort (legal) aus der „falschen“ Richtung Radfahrer entgegenkommen können.

In der gesamten Pfalz (als auch im Saarland) scheint dieses durchaus sinnvolle Zusatzzeichen zu den blauen Schildern den Straßenverkehrsbehörden jedoch völlig unbekannt zu sein. Oder: man ignoriert es einfach, weil so ein Schildchen ja auch immer ein wenig Geld kostet. Bei der Verkehrsschau vom 12. September machte ich vor Ort unter anderem darauf aufmerksam, dass dieses Schild hier in der Gegend (Kreis Südwestpfalz, Kreis Kaiserslautern, Zweibrücken und Südliche Weinstraße) an allen gegenläufig mit Zeichen 240 StVO benutzungspflichtig beschilderten Wegen gänzlich fehlt. Man meinte dann, dass man es mit dem „Schilderwald“ auch nicht übertreiben wolle. 🙄 Meine Rede; danach könne man sich ja nämlich auch die meisten der überflüssigen blauen Schilder sparen! 👿 :mrgreen:

Ein Mitstreiter vom ADFC Landau (Pfalz) hat sogar mal offiziell beim LBM bzw. dem rheinland-pfälzischen Verkehrsministerium schriftlich nachgefragt, warum man dieses Schild generell nicht verwendet; es wurde ähnlich begründet. Schade! Denn für mich macht es schon einen Unterschied, ob der mir entgegenkommende „Geisterradler“ legal unterwegs ist – oder mich dadurch nur unnötig gefährdet. 😡 Besonders im Dunkeln ist das eine durchaus wichtige Information!